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Compaq spricht Gewinnwarnung aus

26.07.2001
In seinem zweiten Fiskalquartal erreichte Compaq Computer seine im Vorfeld mehrfach nach unten korrigierten Prognosen. Für das dritte Geschäftsquartal sprach Firmenchef Michael Capellas jedoch eine Gewinnwarnung aus.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In seinem zweiten Fiskalquartal erreichte Compaq Computer seine im Vorfeld mehrfach nach unten korrigierten Prognosen, sprach jedoch eine Gewinnwarnung für das dritte Geschäftsquartal aus. Im laufenden Berichtszeitraum werde der PC-Hersteller hinter den Erwartungen der Analysten zurückbleiben. Compaq geht von einem operativen Gewinn von sieben bis neun Cent je Aktie sowie einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal von 27 Prozent auf acht bis 8,4 Milliarden Dollar aus.

Für das abgelaufene zweite Fiskalquartal meldete das texanische Unternehmen einen Nettoverlust von 279 Millionen Dollar oder 17 Cent je Aktie. Im vergleichbaren Vorjahresquartal erwirtschaftete Compaq noch einen Profit von 388 Millionen Dollar oder 22 Cent pro Anteilschein. Das jüngste Ergebnis beinhaltete Sonderaufwendungen und Abschreibungen von 493 Millionen Dollar unter anderem für die angekündigten Entlassungen. Vor kurzem hatte die US-Company die Stellenkürzungen von 4500 auf 8500 erhöht. Das operative Ergebnis fiel mit 67 Millionen Dollar oder vier Cent je Aktie jedoch positiv und im Rahmen der Analystenerwartungen aus. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 8,45 Milliarden Dollar.

Compaq-Chef Michael Capellas machte für die schlechten Zahlen vor allem die sinkende Nachfrage nach PCs und Unternehmensrechnern sowie die rückläufigen Verkaufszahlen in Europa verantwortlich. Einen kleinen Lichtblick gebe es dennoch: "Der Preiskampf ist hart, aber wir sehen die ersten Zeichen einer Preisstabilisierung - mit Ausnahme im Retail-Geschäft." Er bekräftigte seine Prognose, dass Compaq im vierten Fiskalquartal in die Gewinnzone zurückkehren werde.

Das PC-Geschäft ging im abgelaufenen Berichtszeitraum um 22 Prozent auf 3,82 Milliarden Dollar zurück und verursachte einen Nettoverlust von 155 Millionen Dollar. Für den Einbruch waren vor allem die schlechten Heim-PC-Verkaufszahlen verantwortlich, die gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal um 32 Prozent einbrachen. Die Enterprise-Computing-Sparte verzeichnete einen Gewinn von 74 Millionen Dollar und damit 81 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Einnahmen sanken um 21 Prozent auf 2,71 Milliarden Dollar.

Positiv entwickelte sich allein Compaqs Serviceeinheit. Dieser Bereich konnte seinen Profit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 27 Prozent auf 271 Millionen Dollar und seine Einnahmen um sieben Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar steigern.