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Cognos warnt vor schwächeren Zahlen

05.12.2005
Ein schwacher Start mit neuen Produkten verhagelt dem kanadischen Anbieter von Business-Intelligence-Software das Ergebnis im dritten Geschäftsquartal.

Nach vorläufigen Schätzungen rechnet Cognos im Ende November abgelaufenen Dreimonatszeitraum nur noch mit Umsätzen zwischen 209 und 212 Millionen Dollar sowie einem Gewinn von 28 bis 31 Cent je Aktie. Ende September, als das Unternehmen seine bestenfalls durchwachsenen Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal (siehe auch: "Cognos-Zahlen: Weder Fisch noch Fleisch"), vorgelegt hatte, stellte Cognos Einnahmen zwischen 230 Millionen und 237 Millionen Dollar in Aussicht. Der Gewinn wurde damals auf 36 bis 39 Cent je Aktie geschätzt. Analysten hatten laut Umfrage von Thomson First Call im Schnitt mit Erlösen von 232 Millionen Dollar und einem Plus von 38 Cent je Anteil gerechnet.

"Ich bin extrem enttäuscht von unserer Leistung im abgelaufenen Quartal", nahm Cognos-CEO Robe Ashe Stellung. Die letzten Monate seien angesichts der großer Verkaufschancen im Markt erbärmlich ausgefallen; Der Release-Wechsel auf eine neue BI-Plattform habe sich als enorm schwierig herausgestellt.

An der Wall Street wurde nach der Gewinnwarnung eifrig über den Grund des Scheitern diskutiert. Überwiegend glaubten die Marktbeobachter, dass nicht die Software sondern Management-Fehler die Ursache für das schlechte Abschneiden seien. Das neue Produkt "Cognos 8" könne sich mit den Angeboten von anderen BI-Anbietern messen, urteilte etwa Pat Walravens, Analyst bei JMP Securites. Das Problem sei vielmehr gewesen, dass die Suite erst in den letzen zwölf Tagen des Quartals erhältlich gewesen sei. Die Zeit habe daher einfach nicht ausgereicht. Die Marktexperten von SG Cowen betonten, dass sich Cognos-Kunden, die bereits mehrere Millionen Dollar für "ReportNet" ausgegeben hätten, nur schwer davon überzeugen ließen, noch einmal in ein Upgrade auf eine noch umfassendere Suite zu investieren. Dennoch verfüge die Company über eine breite und im Allgemeinen zufriedene Anwenderschaft. Die Nachfrage nach BI-Produkten sei nach wie vor stark.

Die endgültigen Zahlen für das dritte Geschäftsquartal gibt Cognos am 21. Dezember bekannt. (mb)