CIOs sind Überzeugungstäter

Christoph Witte ist freier Publizist und Kommunikationsberater.

Manchmal, zum Beispiel kurz nach dem Urlaub, in dem man den Hauch eines anderen Lebens gespürt hat, entspannter, mit weniger Druck und selbstbestimmter, wandelt manchen CIO oder IT-Verantwortliche so etwas wie Frustration an: "In zwölf Jahren", erklärte einmal der CIO eines großen Unternehmens auf die Frage nach der Zukunft der IT, "wird uns IT-Leuten immer noch das Wasser bis zum Hals stehen, und wir werden genauso wie heute die nächste Welle kommen sehen, die uns überspülen könnte." Obwohl diese Aussage nichts Frohgemutes hatte, zuckte der CIO dabei schmunzelnd mit den Schultern. So ist halt unser Job; kein Grund, sich aufzuregen, sollte diese Geste wohl sagen. Dabei handelt es sich bei diesem Mann keinesfalls um einen Gescheiterten, sondern um einen fest in seinem Unternehmen etablierten CIO.

Also auf zum nächsten Projekt, um die nötigen Mittel kämpfen, überzeugen und taktieren, so dass man es erfolgreich beenden kann, ohne dass die Unterlippe überspült wird? Klar! Was könnte spannender sein, als Technologie einzusetzen, um das Unternehmen voranzubringen? Zu sehen und zu erleben, dass IT Prozesse unterstützen kann, dass sie – richtig eingesetzt – die Zukunft für die Organisation absichert, für die man arbeitet. Und das mit einem Team, das weitgehend mitzieht und einige talentierte Leute hat, die dasselbe Ziel verfolgen.

Vielleicht tut der eine oder andere diese Gedanken jetzt als romantisierend ab. Vielleicht treffen sie auf viele CIOs auch nicht zu. Aber eins ist sicher: Ohne Spaß an der Sache, ohne die Überzeugung, eine wichtige Funktion zu erfüllen, macht man diesen Job nicht zu seiner Aufgabe. Was ist dagegen schon ein kleiner Urlaubskater?

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