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Google-Browser

Chrome soll Privacy-Vorbild werden

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Google veröffentlicht heute eine neue Beta seines Web-Browsers Chrome mit deutlich erweiterten Privacy-Optionen.

Die neue Chrome-Betaversion 4.1 erhält zuvorderst sehr fein abgestufte Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre. Der Nutzer kann in den Optionen des Browsers den Umgang mit Cookies, JavaScript, Plug-ins und Laden von Bildern für jede Website separat einstellen. Eine so granulare Einstellung bietet bislang kein anderer Browser am Markt.

Google verzichtet ferner bei Chrome-Versionen, die der Nutzer direkt vom Server des Unternehmens herunterlädt, künftig auf die sogenannte RLZ-ID. Dabei handelt es sich um einen Marker, der OEM-Distributionen kennzeichnet und im URL-String auftaucht, wenn ein Chrome-Nutzer das "Omnibox"-Suchfeld für eine Google-Suche verwendet, in das man sowohl einen URL wie auch einen Suchbegriff eingeben kann.

Last, but not least wird es in künfigen Chrome-Versionen keine Google Updater ID (GUID) mehr geben. Bislang hatte jede Chrome-Version ihre eigene "Seriennummer", die Google dazu benutzt, um den Browser über seine quelloffene Google-Update-Infrastruktur stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Obwohl die GUID dabei nicht mit persönlichen Daten des Nutzers verknüpft wird, war sie vielen Google-Kritikern ein Dorn im Auge und Datenschützern verdächtig. Google wird deswegen zukünftig darauf verzichten. In der neuen Beta ist die GUID zwar noch enthalten, sie testet aber bereits die künftige Infrastruktur, die Wieland Holfelder, Engineering Director der Google-Niederlassung in München, in einem Blogpost beschreibt.

Google führt in der neuen Beta außerdem ein weiteres interessantes Feature ein, das aber nichts mit Privacy zu tun hat: Nutzer können sich eine fremdsprachige Web-Seite auf Wunsch automatisch und maschinell in ihre eigene Sprache übersetzen lassen. Chrome fragt dazu bei jeder besuchten Site, die in einer anderen Sprache als der als bevorzugt eingestellten angezeigt wird, ob der Inhalt mittels Google Translate übersetzt werden soll.