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China: Internet ist Schuld an Teenager-Schwangerschaften

10.07.2007
Knapp die Hälfte der schwangeren Mädchen in Shanghai verdanken ihre anderen Umstände Internet-Bekanntschaften.

Zhang Zhengrong, Klinikärztin und Verantwortliche für Schanghais einzige Telefon-Hotline für schwangere Teenies, ist auf das Internet schlecht zu sprechen. 46 Prozent der über 200.000 Anruferinnen in den vergangenen zwei Jahren hätten eingeräumt, dass sie Sex mit Jungen hatten, die sie im Web kennengelernt hätten, erklärt Zhang der "China Daily". Die meisten der Väter hätten sich freilich aus dem Staub gemacht, als sie von der Schwangerschaft erfahren haben. Dabei kannten einige der werdenden Mütter nicht einmal deren Namen, berichtet sie der chinesischen Tageszeitung. Zhang sieht die Schuld an dem Debakel bei Erotik-Webseiten, -Videos und –Heften - und mangelnder Aufklärung: Die meisten schwangeren Mädchen, mit denen ihre Klinik zu tun hatte, verstanden nichts von Sex und dachten, Abtreibungen seien harmlos, erklärt sie. Gut zehn Prozent der Teenager hätten bereits drei Abtreibungen hinter sich gehabt. Andere hätten lange Zeit nicht gewusst, dass sie schwanger seien, fügte Zhang hinzu. So sei ein Mädchen, das das Krankenhaus wegen Bauchschmerzen aufsuchte, überrascht gewesen, dass sie bereits im fünften Monat war.

Laut Zhang stammt das Wissen vieler Jugendlichen über Sex aus dem Internet und nicht von der Schule oder Eltern. So hätte eine Umfrage ihres Krankenhauses ergeben, dass nicht einmal acht Prozent der befragten Eltern mit ihren Kindern über Sex geredet hätten. 79 Prozent der außerdem interviewten Studenten gaben an, ihre entsprechenden Kenntnisse im Web bezogen zu haben. (mb)