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CeBIT: Webwasher und Cobion stellen neuartige Web-Filter vor

23.03.2001

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Die Webwasher AG aus Paderborn und der Bildanalysespezialist Cobion aus Kassel haben eine neuartige Filtertechnik für Internet-Inhalte vorgestellt. Die gemeinsame Lösung "Dynablocator" kombiniert Bild- und Texterkennung, um beispielsweise Porno-Seiten zu identifizieren, die dann von "Webwasher Enterprise Edition" geblockt werden.

Herkömmliche URL-Filter basieren auf redaktionell gepflegten Listen anrüchiger Websites, so die Kooperationspartner. Ruft ein Surfer eine verbotene Site auf, verhindert die entsprechende Software das Laden der Inhalte. Doch nach Ansicht beider Hersteller können diese manuell erstellten Listen nicht mit der Vielzahl an täglich neu online gestellten Web-Seiten mithalten, so dass Firmen oft mit veralteten URL-Datenbanken arbeiten. Abhilfe schaffen soll die von Cobion entwickelte Technik zur Bild- und Textanalyse. Dieses Verfahren nutzen Cobion-Kunden bereits heute, um der illegalen Verwendung von Firmenlogos auf fremden Websites nachzugehen. Gemeinsam mit Webwasher, Spezialist für das Herausfiltern von Inhalten wie etwa Werbung oder Active X aus Web-Seiten, entwickelte das Unternehmen die Dynablocator-Technik, die in die Software "Webwasher Enterprise Edition 3.0" integriert ist.

Cobion betreibt einen Crawler, der kontinuierlich das Internet durchforstet und Web-Seiten analysiert. Nach Angaben des Herstellers bringt es das System auf 10 000 URLs täglich. Durch Mustererkennung sowie die Analyse von Texten in Bildern nimmt es eine grobe Sortierung vor. Diese Rohdaten fließen in die Webwasher-Software zur Katalogisierung ein. Die Technik soll beispielsweise Nacktdarstellungen auf Kunst-Sites zuverlässig von Porno-Seiten unterscheiden können. Stichprobenartig überprüft der Softwareanbieter Webwasher, ob die Cobion-Technik die erwartete Trefferquote erzielt, und gibt dem Bilderkennungsspezialisten entsprechende Rückmeldungen.

Anwenderunternehmen erhalten auf diese Weise eine Lösung, um etwa das private Surfen am Arbeitsplatz zu unterbinden, wobei die Firma festlegen kann, welche der 49 in Webwasher definierten Kategorien gesperrt werden sollen. Der Kunde erwirbt eine Softwarelizenz und schließt mit Webwasher ein Abonnement für die automatische Aktualisierung der Filterliste ab. Die von Cobion gespeiste Liste wird um externe Quellen über anrüchige Websites erweitert, etwa die von radikalen politischen Parteien. Eine Bild- und Textanalyse in Echtzeit ist wegen des enormen Rechenaufwands noch nicht möglich.

Noch berücksichtigt die Software nur deutschsprachige Inhalte. Eine Internationalisierung ist geplant. Hier setzt Webwasher auf Partnerschaften mit ausländischen Firmen, um kulturelle und ethische Eigenheiten der unterschiedlichen Länder besser berücksichtigen zu können.

Webwasher plant darüber hinaus Lösungen, um neben Inhalten in Hypertext Transfer Protocol (HTTP) auch die im Internet gängigen Protokolle File Transfer Protocol (FTP) sowie das E-Mail-Sendeprotokoll Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) zu blocken. Zudem soll es eine Funktion geben, die einzelnen Endanwendern Zugriffsrechte auf Websites einräumt. Dieser Mechanismus wird die weit verbreitete Spezifikation Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) unterstützen, eine Standard-Schnittstelle zu Verzeichnisdiensten unterschiedlicher Hersteller.