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CeBIT: Lucent sieht keine TK-Krise

21.03.2001

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - In vorsichtigem Zweckoptimismus übte sich auf der CeBIT Ben Verwaayen, Vice-Chairman von Lucent. So sah der Manager keine Anzeichen für eine Krise, sondern sprach nur von einem vorsichtigeren Investitionsverhalten der Kunden. Technisch liegt der Schwerpunkt des Messeauftritts des Anbieters auf optischen Netzen, Zugangstechnologien und Funksystemen der dritten Generation.

Nachdem Lucent in letzter Zeit eher mit schlechten Nachrichten für Furore sorgte, übte sich das Konzern-Management auf der CeBIT in vorsichtigem Optimismus. Die TK-Branche, so hörte der erstaunte Zuhörer, sei noch immer ein Wachstumsmarkt. Von einer Krise könne keine Rede sein. Die Investoren würden lediglich, so Vice-Chairman Verwaayen, vorsichtiger investieren und dabei stärker darauf achten, dass der Return of Investment stimme.

Zahlen, die Verwaayens Behauptung belegen, blieb der Manager allerdings schuldig: "Wir befinden uns in einer Schweigeperiode, und werden vor dem 20.April keine Zahlen nennen." Ebenfalls mit Hinweis auf die Quiet Period wurde die Frage nach einem eventuellen Verkauf von Unternehmensteilen abgewiegelt. Orakelhaft hieß es lediglich, Lucent habe mehrere Optionen und prüfe einen Verkauf, eine strategische Partnerschaft oder ein Joint Venture.

Ansonsten sieht sich der Hersteller mit seinem Portfolio gut für die Zukunft gerüstet, denn mit den Bell Labs als Entwicklungslabor habe man das Potenzial, um auf neue Trends mit eigenen Produkten zu reagieren und müsse nicht wie andere Konzerne fortlaufend neue Unternehmen hinzukaufen, so Verwaayen mit einem Seitenhieb auf Cisco.

In Hannover zeigt Lucent mit dem "Lamdarouter" ein optisches Vermittlungssystem, das eine Gesamtvermittlungskapazität von mehr als zehn Terabit pro Sekunde hat. Einer der ersten Kunden, der dieses System verwendet, ist Global Crossing. Der Carrier realisiert damit ein 40-Gbit/s-Netz, über das acht Millionen E-Mails pro Sekunde oder aber 500.000 Telefonate gleichzeitig abgewickelt werden können. Ebenfalls mit Hilfe von Lucent-Equipment stößt die Telekom in diese Geschwindigkeitsdimension vor. Unter dem Namen "Telekom Global Net" baut der Konzern derzeit in Europa, USA und Kanada an seinem globalen Gigabit-Backbone.