Carrier reiten die Konsoldierungswelle im IT-Servicemarkt

31.07.2007
KPN kauft Getronics, Steria schluckt Xansa, Fujitsu möchte sich GFI einverleiben: Der europäische IT-Servicemarkt steht vor einem Umbruch.
Die geplanten Übernahmen von GFI durch Fujitsu Services, Getronics durch KPN und Xansa durch Steria sind die jüngsten Anzeichen einer Konsolidierung im europäischen IT-Servicemarkt. Diese Akquisitionen verändern die Reihenfolge: Fujitsu Services überholt T-Systems und übernimmt damit den 7. Platz. Steria klettert vom 18. auf den 14. Rang.
Die geplanten Übernahmen von GFI durch Fujitsu Services, Getronics durch KPN und Xansa durch Steria sind die jüngsten Anzeichen einer Konsolidierung im europäischen IT-Servicemarkt. Diese Akquisitionen verändern die Reihenfolge: Fujitsu Services überholt T-Systems und übernimmt damit den 7. Platz. Steria klettert vom 18. auf den 14. Rang.

Im europäischen Markt kommen neue Anbieter ins Spiel. So möchte sich der niederländische Carrier KPN mit der Übernahme von Getronics ein Standbein mit IT-Services schaffen, und der französische Anbieter Steria plant mit der Aquisition von Xansa den Einstieg ins britische Outsourcing-Geschäft. Außerdem unternimmt Fujitsu Service, weltweit immerhin drittgrößter IT-Dienstleister, ernsthafte Versuche in Europa Fuß zu fassen. "Die Telekommunikationsanbieter reiten mit auf der Konsolidierungswelle und überraschen keineswegs mit weiteren Übernahmeabsichten", prognostiziert Christophe Chalons, Geschäftsführer des Marktforschungshauses PAC.

Keine Frage, Europas IT-Dienstleister sehen sich einer Marktbereinigung gegenüber. "Wer in diesem Geschäft erfolgreich bleiben will, tut gut daran, sein Angebot im Hinblick auf Industrialisierung und Internationalisierung zu optimieren, um somit bestens auf zukünftige Anforderungen vorbereitet zu sein", rät Chalons. Auch vor diesem Hintergrund sind die Übernahmepläne von Steria bemerkenswert, immerhin arbeiten rund 5000 der insgesamt 8000 Xansa-Angestellten in Indien. Die finanziellen Anstrengungen, die die Industrialisierung von Angebots- und Betriebsprozesse sowie die Internationalisierung (lokale Präsenz und Global Sourcing) verlangen, können viele lokale Anbieter nicht allein finanzieren.

Mit KPN versucht nun zudem das vierte TK-Unternehmen den europäischen IT-Servicemarkt vorzudringen. Während BT Global Services und Orange Business Services (France-Télecom-Tochter) hier laut PAC erfolgreich sind und jeweils deutlich schneller als die Mitbewerber wachsen, zeigt die Telekom-Tochter T-Systems in diesem Geschäft Schwächen (Siehe auch T-Systems auf Partnersuche). Während PAC das Engagement von KPN als Beleg dafür wertet, dass IT- und Telekomwelten zusammenwachsen, zeigen sich die Marktbeobachter von Ovum skeptisch: " Bislang hat es kein etablierter Telco-Anbieter wirklich geschafft, IT- und TK-Services zu kombinieren", warnen die Analysten in einem Online-Kommentar. (jha)