Querulanter Investor

Carl Icahn schaut Computerbauer Dell in die Bücher

11.03.2013
Während der Rückkauf des Computerbauers Dell durch Gründer Michael Dell in der Schwebe hängt, öffnet das US-Unternehmen einem anderen Großaktionär seine Bücher.
Was hinter Carl Icahns Blick in die Dell-Bücher steckt, bleibt vorerst ein Rätsel.
Was hinter Carl Icahns Blick in die Dell-Bücher steckt, bleibt vorerst ein Rätsel.
Foto: Carl Icahn

Ausgerechnet der als Unruhestifter bekannte Milliardär Carl Icahn, der die Übernahme ablehnt, darf in die vertraulichen Unterlagen des Konzerns schauen. Icahn erklärte am Montag in New York, er habe eine notwendige Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet.

Der Grund für den Schachzug ist unklar. Icahn machte keine weitere Ausführungen in seiner kurzen Stellungnahme. Nach Informationen des "Wall Street Journal" hatte Icahn selbst eine Übernahme von Dell erwogen. Öffentlich hat sich Icahn wie andere Großaktionäre gegen den Verkauf an Michael Dell ausgesprochen, weil er den Preis von 13,65 Dollar je Aktie für zu niedrig hält. Stattdessen verlangt Icahn, dass Dell eigenständig bleibt und eine Sonderdividende von 9 Dollar je Anteilsschein ausschüttet.

Eigentlich will Michael Dell die 1984 von ihm gegründete Computerfirma mit Hilfe von Investoren zurückkaufen und von der Börse nehmen. Nach der Übernahme plant er einen radikalen Umbau des PC-Herstellers, der schwer unter dem Wandel der Branche hin zu Smartphones und Tablet-Computern leidet- was schon für Unsicherheit bei den Kunden sorgt. Ein Firmengremium sucht jedoch aktiv nach einem alternativen Käufer, um späteren Klagen von Aktionären einen Riegel vorzuschieben, das Unternehmen sei unter Wert verkauft worden. (dpa/tc)