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Capgemini verkauft Teile des US-Geschäfts

25.04.2005
Der französische IT-Dienstleister Capgemini stutzt das seit Jahren kränkelnde US-amerikanische Geschäft um die Aktivitäten im dortigen Gesundheitswesen.

Capgemini verkauft die auf die Gesundheitsbranche ausgerichtete Sparte seines US-amerikanischen Ablegers. Für 175 Millionen Dollar (knapp 134 Millionen Euro) wechselt der Geschäftsbereich samt 600 Mitarbeitern zu Accenture. "Der fragmentierte und von Privatunternehmen geprägte Gesundheitsmarkt in den USA bietet kaum Synergien mit unseren europäischen Aktivitäten", sagte Capgemini-CEO Paul Hermelin. "Dort bleiben wir Marktführer in einem Geschäft mit hohen Zuwachsraten."

Der Verkauf nährt Spekulationen über die weitere Entwicklung bei Capgemini, weil die Veräußerung die erste bemerkenswerte Amtshandlung des seit März amtierenden Chief Operating Officer (COO) Pierre Danon ist. Er kam von British Telecom und gilt als Spezialist dafür, die Betriebsmargen eines Unternehmens zu verbessern. Außerdem hat er bereits angekündigt, am 4. Mai seine Pläne für das seit Jahren schwächelnde US-Geschäft vorzustellen. Insgesamt belaufen sich die Einnahmen dort auf 1,4 Milliarden Euro. Sie steuern damit rund 22 Prozent zum gesamten Jahresumsatz von Capgemini bei. Nach einem Verlust von 64 Millionen Euro im Jahr 2004 hat bei Capgemini das Problemkind USA höchste Priorität. Analysten reagierten auf die Trennung bislang positiv, denn seit der Übernahme der IT-Consultants von Ernst & Young im Jahr 2000 hat Capgemini in den USA Schwierigkeiten. Die Marktbeobachter werten die Trennung als Zeichen dafür, dass Capgemini sich in den USA auf die Wachstumsbranchen Telekommunikation, Energie, Handel und Finanzdienstleistungen konzentrieren wird. (jha)