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Capgemini gewinnt Riesen-Outsourcing

19.05.2004

Der französische IT-Dienstleister Capgemini meldet den größten Outsourcing-Abschluss seiner Firmengeschichte: Das US-amerikanische Versorgungsunternehmen TXU mit Sitz in Dallas lagert in den kommenden zehn Jahren seinen Kundendienst aus. Der Deal hat ein Volumen von 3,5 Milliarden Dollar und lindert ein wenig den Schmerz über einen am Vortag verlorenen Kontrakt mit der französischen Regierung. TXU erhofft sich von dem Outsourcing jährliche Einsparungen von 175 Millionen Dollar.

TXU und Capgeminis US-Ableger werden im Zuge der Kooperation das Joint Venture Capgemini Energy LP gründen, das später auch anderen EVUs (Energieversorgungsunternehmen) seine Dienste anbieten soll. Capgemini wird an dem Gemeinschaftsunternehmen 97 Prozent halten, TXU die verbleibenden drei. Das texanische Unternehmen verlagert zum 1. Juli 2700 Arbeitsplätze zu Capgemini Energy. Dieses wird unter anderem Call Center betreiben sowie Abrechnungs- und anderen Buchungsdienste übernehmen. TXU gründet ferner zusammen mit Credit Suisse First Boston ein Gemeinschaftsunternehmen zur Vermarktung von Energieprodukten.

Capgemini hatte nach der Übernahme des Beratungsgeschäfts von Ernst & Young im Jahr 2000 einen schweren Stand und musste in den vergangenen Jahren Tausende Mitarbeiter entlassen. Noch immer ist die Firma mannstark im Beratungsbereich, wo die Nachfrage zuletzt schwach war, und unterbesetzt in Bereichen wie Outsourcing, die von der Branchenkrise zuletzt am meisten profitierten.

Nach Angaben von Capgemini-Chef Paul Hermelin erzielt das Unternehmen gegenwärtig etwa 28 Prozent seiner Einnahmen mit Outsourcing. Der TXU-Abschluss werde zusammen mit einem weiteren Großauftrag der britischen Regierung diesen Anteil bis Ende des Jahres bereits auf 35 steigern und damit die Umsatzsituation stabilisieren helfen. Im vergangenen Jahr waren die Einnahmen von Capgemini um 18 Prozent auf 5,75 Milliarden Euro gesunken. (tc)