CA World

CA steigt ins SaaS-Geschäft ein

Alexander Roth leitet als Geschäftsführer die Geschicke und die Redaktion von Evernine. Der mit Prädikatsdiplom ausgestattete Volkswirt wechselte 2004 in die Medienbranche, wo er zuerst beim Wirtschafts- und Polittalksender Air America Radio in New York City in der Recherche tätig war und in einem weiteren Schritt, wieder zurück in Deutschland, eine zweijährige Festanstellung beim Computerzeitschriftenverlag IDG (u.a. PC Welt, Computerwoche, ChannelPartner) inklusive Volontariat absolvierte. Auch ein Besuch der Akademie der Bayerischen Presse (ABP) gehörte zu seiner Ausbildung. 2007 gründete der heute 36-jährige Münchner das Redaktionsbüro Alexander Roth, das er zwischen 2010 und 2011 in die Evernine GmbH umwandelte.

Computer Associates will nun auch Software as a Service (SaaS) anbieten. Mit drei Web-Diensten für das "IT-Management over the Cloud" wendet sich CA auch an den deutschen Markt.
Die CA World in Las Vegas bevölkern auch in diesem Jahr wieder 6.000 Besucher.
Die CA World in Las Vegas bevölkern auch in diesem Jahr wieder 6.000 Besucher.

Auf seiner Hausmesse CA World, die zur Zeit in Las Vegas, stattfindet, hat der IT-Management-Spezialist Computer Associates drei Web-Dienste vorgestellt, die einem offiziellen Einstieg des Herstellers ins SaaS-Geschäft gleichkommen. Die drei Offerten basieren auf CA-Produkten und decken die Bereiche IT-Portfolio-Verwaltung, IT-Steuerung und Compliance sowie Datenrettung und Hochverfügbarkeit ab. Zwar bietet CA bereits seit längerem gehostete Versionen seines Server-basierenden Portfolios an, doch geschah dies stets "hinter den Kulissen" und ausschließlich über Partnerunternehmen. Jetzt ist der Einstieg ins SaaS-Geschäft offiziell: Der Hersteller startet eine eigene On-Demand-Geschäftseinheit, welche die Services ab sofort auf geordneter Basis und mit einem einheitlichen Gebührenmodell vermarkten soll.

SaaS als Chance in wirtschaftlich schwierigen Zeiten: John Swainson wirbt für CAs neue Produktpalette.
SaaS als Chance in wirtschaftlich schwierigen Zeiten: John Swainson wirbt für CAs neue Produktpalette.

Einer der vorgestellten Web-Dienste ist vor allem für den deutschen Markt interessant: Die CA-Verantwortlichen kündigten an, den Datenrettungs-Service "Instant Recovery on Demand" neben den USA ab sofort auch gezielt in Deutschland zu vermarkten. Der Dienst wendet sich ausdrücklich an mittlere und kleinere Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern und ermöglicht es, via Server-Spiegelung Daten sicherzustellen und so den IT-Betrieb auch bei Rechnerausfällen aufrecht zu erhalten. Der Dienst basiert auf CAs Enterprise-Lösung "XOSoft" und soll ausschließlich über Partnerunternehmen vertrieben werden. Je nach Laufzeit und Anzahl der Server soll das Abo bei etwa 400 Dollar pro Monat und Server beginnen.

Die anderen beiden On-Demand-Dienste heißen "Clarity PPM" und "GRC". Im ersten Fall handelt es sich um eine Online-Version des Enterprise-Produkts "Clarity Project & Portfolio Manager" (PPM) von CA. Die Software hilft Unternehmen, sich einen Überblick über laufende Projekte und das eingesetzte IT-Portfolio zu verschaffen. GRC steht für Governance, Risk und Compliance. Dieser Service soll Firmen die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und das Risk-Management erleichtern. Clarity PPM und GRC will der Konzern auch selbst vertreiben. Alle drei Dienste sind laut CA bereits ausgiebig getestet und stehen - auch dank einer weitreichenden Vorkonfiguration - Kunden ab sofort schlüsselfertig bereit.

Trotz aller Euphorie, die CA rund um die Einführung seines SaaS-Angebots verlauten lässt, darf der Schritt auch kritisch beäugt werden: Mit Instant Recovery on Demand bietet der Hersteller zwar eine der ersten Datenrettungslösungen für KMUs an, die via Web erhältlich sind, dennoch kommt CAs SaaS-Einstieg spät. Wettbewerber wie IBM verfügen bereits über ein beachtliches Angebot in diesem Bereich. Auch Symantec wird CA möglicherweise schon bald in die Quere kommen: Der Sicherheitsspezialist hatte beim Kauf von Message Labs vor einigen Wochen angekündigt, mit Hilfe der erworbenen Rechnenzentren bald schon in das Disaster-Recovery-Geschäft auf SaaS-Basis einzusteigen. Ein breit gefächertes Hosting-Angebot bietet der Markt zudem schon im Bereich Backup und Restore, das CA mit der On-Premise-Lösung "ARCserve" bedient. Eine SaaS-Ankündigung hierzu gab es auf der CA World nicht.

Chancen in der Krise

In seiner Keynote zur Eröffnung der CA World machte CEO John Swainson vor 6.000 Besuchern deutlich, dass das SaaS-Geschäft gerade in den derzeit schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen an Bedeutung gewinne: Swanson betonte die Vorteile von On-The-Cloud-Services, namentlich die geringen Anschaffungskosten und die hohe Flexibiltiät. Der Manager machte klar, dass er die Reduktion von IT-Komplexität und damit die bessere Auslastung einer bestehenden IT-Infrastruktur nach wie vor als die vorrangige Aufgabe seines Unternehmens sehe. Hier könnte vor allem Virtualisierung helfen. So seien Firmen mit einer stimmigen Virtualisierungsstrategie in der Lage, "sich beachtliche Geschäftsvorteile zu verschaffen." Doch Virtualisierung werde nur dann zum Benefit, wenn es gemeinsam mit einem entsprechenden IT-Management einhergehe. "IT-Management ist die Killer-Applikation für Virtualisierung", so der Konzernchef wörtlich. (ue)