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Burda beteiligt sich an Gift Connect

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der Münchner Medienkonzern Burda bestreitet allein die zweite Finanzierungsrunde des New Yorker Startups Gift Connect.

5,1 Millionen Dollar lässt sich Burda den Einstieg bei Gift Connect kosten; Burdas Director of Business Development Sophie Ahrends bekommt einen dafür Sitz im Board. Gift Connect hieß früher All Star Deals und war laut "TechCrunch" eine Groupon-artige Plattform für Promis, Spitzensportler und Musikstars. Nachdem die sich aber nicht so recht für "Zum-halben-Preis"-Rabatte in Verbindung mit ihrer Marke begeistern konnten, änderte All Star Deals seinen Namen in Gift Connect, fokussierte sein Geschäftsmodell auf die Idee des Geschenks und sieht sich nun selbst als "first and largest performance-based advertising network centered around branded gifts", wie das "New York Business Journal" berichtet.

Gift Connect, Smartphone-App
Gift Connect, Smartphone-App
Foto: Gift Connect

Gift Connect agiert im Prinzip wie eine Werbeagentur, die zwischen Marken(artiklern) und Publishern vermittelt, die Markenwerbung an ihre Zielgruppen verbreiten. Allerdings sind die Anzeigen hier kleine, aber "hochwertige" Geschenke und die Publisher Sportmannschaften, Musikgruppen oder sonstige Objekte der Anhimmelung. Uber, Duracell PowerMat, Getty Images und AirFast Tickets gehören laut Burda bereits zu den Partner-Marken. "Wir nennen das Geschenk und nicht Rabatt, weil wir keinen weiteren Kauf voraussetzen", zitiert "TechCrunch" Gründer Mark Levin. Ein "Geschenk" lässt sich auch über andere Kanäle und Touchpoints wie Webseite, Print oder Radio weitergebe, so Levin.

Gift Connect arbeitet auf Performance-Basis, der Publisher wird für jedes Einlösen oder vergleichbare Aktion bezahlt. Der Revenue Share dabei ist 50/50, und CEO Levin sieht das Ganze als neuartige Werbung, die er als "Gift-izing" bezeichnet. Größte Herausforderung ist aus seiner Sicht, deren Wert einleuchtend zu machen: "Das ist neu und die Leute müssen es erstmal verdauen". Die Conversion Rate (= von Aufmerksamkeit in Kauf) sei bei Gift Connect sechs Mal höher als die durchschnittliche Konversionsrate für Social-Media-Promotion oder klassische Barcode-Kampagnen, so Levin.

Technisch hat Gift Connect für seinen Ansatz eine komplette Plattform entwickelt mit unter anderem APIs, Apps und Analytics entwickelt. Bei der Verbreitung über soziale Medien setzt die Company auf Hashtags. Die bislang verfügbaren Referenzen sind allerdings noch recht spärlich.

Burda jedenfalls glaubt offenbar an das Modell und daran, dass es sich auch internationalisieren lässt. "Mit seinem Fokus auf Endkonsumenten passt Gift Connect hervorragend zu Burda und unserem Verständnis von moderner Werbung", wird Andreas Schilling, Geschäftsführer von Burdas internationaler Vertriebsorganisation BCN, in einer Pressemitteilung zu dem Investment zitiert.