Nach Mt.Gox-Insolvenz

Bundesbank zweifelt an Zukunft des Bitcoin

03.03.2014
Der Zusammenbruch der größten Bitcoin-Börse Mt.Gox hat die Krise der Digital-Währung verschärft. Die Bundesbank sieht ein großes Vertrauensproblem und glaubt nicht an einen dauerhaften Bestand der Geld-Alternative.

Das Vertrauen in die Digital-Währung Bitcoin ist nach Auffassung der Bundesbank wegen der jüngsten Turbulenzen nachhaltig beschädigt. Nach dem Insolvenzantrag der einst größten Handelsplattform Mt.Gox sieht sich die Notenbank in ihren Warnungen vor Risiken bestätigt. "Die aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit Mt.Gox haben das Vertrauen in Bitcoin geschwächt", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Vertrauen ist aber, neben den rechtlichen Rahmenbedingungen, zusammen mit Stabilität und Sicherheit einer der wichtigsten Bausteine einer Währung." Thiele zieht auch den dauerhaften Bestand der Online-Währung in Zweifel.

Bundesbank-Gebäude in Frankfurt
Bundesbank-Gebäude in Frankfurt
Foto: Bundesbank

Die auch als "Hacker-Währung" bezeichneten Bitcoins gibt es seit 2009. Sie werden in komplizierten Rechenprozessen auf den Computern der Nutzer erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden.

Mit dem Insolvenzantrag von Mt.Gox hatte sich die Krise der Digital-Währung verschärft. Die Plattform habe Schulden von rund 6,5 Milliarden Yen (umgerechnet 46,6 Millionen Euro), hieß es am Freitag auf einer Pressekonferenz in Tokio. Mt.Gox-Chef Mark Karpeles räumte demnach auch ein, dass Anfang Februar bei einen Online-Angriff von Unbekannten möglicherweise Bitcoins entwendet worden seien. Laut Online-Berichten könnten so gut wie alle dort eingelagerten Bitcoins verschwunden sein.

Die Bitcoin-Börse hatte am Dienstag den Betrieb eingestellt. Anleger kommen nicht mehr an ihre dort gespeicherten Einlagen. Bundesbank-Vorstand Thiele zufolge ist nicht auszuschließen, "dass es für viele, die auf den Kauf von Bitcoins als Spekulationsobjekt gesetzt haben und diese bei Mt.Gox eingelagert haben, zum Verlust der Geldanlage kommt". Die Bundesbank habe immer wieder betont, dass mit dieser Währung extreme Anlegerrisiken verbunden seien. "Dass Bitcoins ein hochspekulatives Finanzinstrument sind, wird durch die Insolvenz von Mt.Gox leider eindrücklich unter Beweis gestellt."

Foto: ulifunke.com / bitcoin.de

Der Zentralbank-Vorstand betonte, Deutschland habe Bitcoins nicht als Währung anerkannt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht habe sie lediglich als Recheneinheit beziehungsweise Finanzinstrument qualifiziert. Trotz des großen Interesses an ihnen seien sie auf den Finanzmärkten und als Währungsalternative ein Nischenphänomen.

In Japan wurden bereits Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Mt.Gox eingeleitet. Laut "Wall Street Journal" untersuchen auch US-Behörden den Fall. US-Bundesanwälte in New York sollen Dokumente von der Firma angefordert haben. (dpa/tc)