"Behörden Spiegel"

Bund legt IT-Dienstleister zu "Bundesrechenzentrum" zusammen

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Der Bund will einem Bericht des "Behörden Spiegel" zufolge eine neue IT-Behörde einrichten.

Darin sollen die drei IT-Dienstleister der Bundesministerien ZIVIT (Finanzministerium), BIT (Innenministerium) und DLZ-IT (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) unter einem Dach zusammengelegt werden. Laut Regierungsentwurf solle die neue Behörde den Namen Bundesrechenzentrum bekommen, meldet die Fachzeitschrift. Die Hoheit werde aber nicht beim Bundesinnenministerium liegen, sondern im Finanzressort.

Bundesminister Gabriel anlässlich seiner Eröffnungsrede zum 8. Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung
Bundesminister Gabriel anlässlich seiner Eröffnungsrede zum 8. Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung
Foto: BMWi / Michael Reitz

Der entsprechende "Bericht der Bundesregierung an den Haushaltsausschuss zur IT-Konsolidierung Bund" solle am 20. Mai im Bundeskabinett verabschiedet und am 31. Mai dem Haushaltsausschuss übergeben werden, heißt es beim "Behörden Spiegel" weiter. Noch vor der Sommerpause wolle dann der Haushaltsauschuss darüber beraten.

In der Bundesverwaltung existieren ohne den Bereich des Verteidigungsministeriums 445 Referate, die IT-Aufgaben wahrnehmen (177 davon ausschließlich). Etwa zwei Drittel des Beschaffungsvolumens werden nicht über ressortübergreifende Rahmenverträge abgewickelt. Die Infrastruktur der Bundesverwaltung für knapp 190.000 Mitarbeiter unmfasst laut Bestandsaufnahme der Bundesregierung von 2013 insgesamt 230.000 Arbeitsplatzsysteme sowie 24.000 Server in 1212 über das ganze Land verteilten Rechenzentren und Serverräumen.

 

Wadenbeisser

Oder haben da ein paar gaaanz große IT-Hersteller die Finger im Spiel?
Damit der kleine garnichts mehr erwischt?

Querschlaeger

Ich denke, dass die bisherige Trennung der Ministerien ihren Grund hatte. Das die Daten aus diesen eminent sensiblen Bereichen nun gemeinsam abgegriffen werden können - von wem auch immer - halte ich für sehr bedenklich. Aus der Information lässt sich jedoch entnehmen, dass dieses Projekt ohne großes Nachdenken und am besten noch ohne große Publicity noch schnellstens über die Bühne gehen soll. Man sollte vielleicht mal Herrn Snowden fragen, welche Risiken für Bürger und Staat in dieser "Bundes-Cloud" liegen.

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