Piraterie

Buchbranche will Warnhinweise bei illegalen Downloads

10.10.2011
Bei der Internetpiraterie will die Buchbranche nicht das Schicksal der gebeutelten Musikindustrie erleiden. Sie fordert vom Gesetzgeber Warnhinweise bei illegalen Downloads.
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer im Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer im Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Foto: Börsenverein

Zur Abschreckung von Internetpiraten verlangt die deutsche Buchbranche Warnhinweise im Netz. "Bei jedem illegalen Download von sogenannten Filesharing-Plattformen werden dann die Nutzer darauf hingewiesen, dass sie was Illegales tun", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, der Deutschen Presse-Agentur vor dem Beginn der Frankfurter Buchmesse (12.-16.10.). Nach einer brancheninternen Untersuchung wurden im vergangenen Jahr rund 14 Millionen E-Books illegal heruntergeladen. Das entspricht 62 Prozent aller heruntergeladenen Titel.

Diese Hinweise müssten automatisch von den Internet-Providern verschickt werden. "Diese versagen sich aber bislang. Deshalb brauchen wir die Hilfe der Politik." Die Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium seien noch nicht abgeschlossen, obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor zwei Jahren bei der Buchmesse ihre Unterstützung bei der Wahrung des Urheberrechts zugesagt habe.

"Die Inhalte unserer Autoren werden von kriminellen Organisationen geklaut, die das zum Geschäftsmodell gemacht haben", beklagte Skipis. Wenn der Autor für seine Leistung nicht mehr bezahlt werde, "dann wird es irgendwann auch keine Inhalte mehr geben, die man raubkopieren kann". Besonders extrem sei die Piraterie im Wissenschaftsbereich. Aber auch in der Belletristik wachse im Netz das illegale Angebot und die illegale Nutzung. Dies werde im E-Book-Bereich vor allem kleinere und mittlere Verlage treffen.

Warnhinweise hält Skipis für durchaus erfolgversprechend. Untersuchungen belegten, dass sich 80 Prozent der Nutzer rechtstreu verhalten wollten. Wer dann weiterhin illegal ein Buch herunterlade, müsse mit einer Abmahnung des betroffenen Verlags rechnen.

Skipis kritisiert in diesem Zusammenhang die Piratenpartei scharf. "Wenn diese Freiheit und Demokratie im Netz fordert, ist das eine reine Worthülse. Wir brauchen Spielregeln für unsere Freiheit." Die Piratenpartei hat zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am Mittwoch (12.10.) eine Demonstration gegen das von den Zeitungsverlegern geforderte Leistungsschutzrecht angekündigt. Dies "zementiert Informationsstrukturen und schränkt damit die Meinungsfreiheit ein", heißt es im Protestaufruf der Piraten. (dpa/tc)