Was BPM-Anwender von Tools erwarten

BPM-Systeme in der Kritik

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Fachbereiche möchten ihre Abläufe selbst optimieren. Deshalb brauchen sie einfache Modellierungs-Tools. Das jedenfalls ergab eine Umfrage unter deutschen Führungskräften.
Foto: alphaspirit - Fotolia.com

Der flächendeckende Einsatz zeitgemäßer BPM-Lösungen kann die Betriebs- und Prozesskosten deutscher Unternehmen um insgesamt fünf bis zehn Milliarden Euro im Jahr entlasten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage unter 100 Fach- und Führungskräften aus der deutschen Wirtschaft. In Auftrag gegeben wurde sie von der Software Initiative Deutschland e.V. , kurz: SID, und dem auf BPM aus der Cloud spezialisierten Softwareanbieter Metasonic AG mit Sitz in Pfaffenhofen. 58 Prozent der Teilnehmer bezifferten das Einsparpotenzial mit bis zu fünf Milliarden Euro, weitere 35 Prozent sogar mit zehn Milliarden oder mehr.

Allerdings ist dies wohl eher Wunschdenken als Realität, denn BPM-Systeme sind eher selten Stand der Technik. Wie ein Drittel der Befragten einräumte, basiert ihr Geschäftsprozess-Management derzeit auf einer Software am Ende des Lebenszyklus. Die Mehrheit, sprich: 52 Prozent, nannte ihre BPM-Software „nur bedingt zukunftsfähig“. Lediglich 14 Prozent antworteten auf die Frage nach der Zukunftsfähigkeit ihres BPM-Systems mit „ja“.

Zu komplex und zu starr

Die häufigsten Probleme mit den derzeitigen BPM-Lösungen sind nach Angaben der Umfrageteilnehmer die folgenden:

Aus diesen Gründen prognostizieren die weitaus meisten Befragten, genauer gesagt: 87 Prozent, einen spürbaren Anstieg der Ausgaben für BPM-Systeme innerhalb der kommenden zwölf Monate:

Aus diesen Gründen prognostizieren die weitaus meisten Befragten, genauer gesagt: 87 Prozent, einen spürbaren Anstieg der Ausgaben für BPM-Systeme innerhalb der kommenden zwölf Monate.
Aus diesen Gründen prognostizieren die weitaus meisten Befragten, genauer gesagt: 87 Prozent, einen spürbaren Anstieg der Ausgaben für BPM-Systeme innerhalb der kommenden zwölf Monate.
Foto: SID und Metasonic

Eine rosige Zukunft sagen die Umfrageteilnehmer vor allem solchen Systemen voraus, mit denen die Fachbereiche ihre Prozesse selbst modellieren und optimieren können.

Die Wünsche der Anwender

Die Hauptanforderungen der Umfrageteilnehmer an moderne BPM-Lösungen fassen SID und Metasonic wie folgt zusammen:

Cloud: Faszination contra Bedenken

Last, but not least fragten SID und Metasonic nach der Bedeutung des Themas Cloud Computing für die Prozessoptimierung. 81 Prozent sagten, das Thema stehe schon ganz oben auf ihrer Agenda. Allerdings räumten 58 Prozent ein, durch die Wirtschaftskrise hätten sich die Prioritäten verschoben – weg vom Cloud Computing. Zudem halten sich Faszination und Bedenken offenbar noch die Waage: Knapp vier Fünftel der Befragten fürchten zusätzliche Risiken, vor allem für die Sicherheit. (qua)