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Bitkom rechnet mit schrumpfendem Arbeitsmarkt

29.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Zahl der Beschäftigten in der IT- und TK-Branche ist erstmals seit Anfang der 90er Jahre rückläufig. Für das Jahr 2002 rechnet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) mit einem Minus von 3,4 Prozent. Damit fallen 28.000 Arbeitsplätze weg. Dies entspricht einem Rückgang des Beschäftigungsvolumens von 819.000 auf 791.000 Stellen. "Die bereits im Jahr 2001 angekündigten Personalreduzierungen machen sich zum großen Teil erst in diesem Jahr bemerkbar", so Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms.

Die stärksten Arbeitsplatzverluste verzeichnen Gerätehersteller und Anbieter von Infrastruktur. Der Branchenverband erwartet hier im Jahresverlauf einen Rückgang der Stellenzahl um neun Prozent, nach einem Minus von vier Prozent im Jahr 2001. Die 104.000 Stellen, mit denen die Hardwareanbieter ins Jahr 2001 gestartet waren, werden laut Bitkom bis zum Dezember auf 95.000 Arbeitsplätze zusammenschmilzen.

Auch die Anbieter von Kommunikationstechnik müssen Arbeitsplätze abbauen. Der Verband rechnet hier im Jahresverlauf mit einem Minus von 13 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 80.000 auf 70.000 Jobs. Im Vorjahr belief sich der Stellenrückgang auf vier Prozent.

Etwas stabiler entwickelt sich die Arbeitsplatzsituation bei Telekommunikationsdienstleistern: Im Jahr 2002 werden etwa 1000 Jobs wegfallen, so dass am Jahresende noch 246.000 Personen bei Netzbetreibern und TK-Dienstleistern beschäftigt sein werden.

Erstmals müssen auch Softwarehäuser und IT-Serviceanbieter Arbeitsplätze abbauen. Zwischen 1999 und 2001 hatten diese Unternehmen laut IT-Branchenverband 87.000 Arbeitsplätze geschaffen. Für 2002 rechnen die Experten allerdings mit einem Minus von 2 Prozent auf einen Jahresendstand von 380.000 Beschäftigten. (bw)