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Bitkom: Informationstechnik- und Telekommärkte wachsen weiter solide

02.03.2006
Die internationalen Märkte für Informationstechnik und Telekommunikation werden in den kommenden Jahren laut Experten "weiter stabil und solide" wachsen.

Der Umsatz in der EU dürfte im laufenden Jahr voraussichtlich um 3,2 Prozent auf 643 Milliarden Euro steigen, teilte der Branchenverband Bitkom am Donnerstag in Hannover mit. Nächstes Jahr rechnen die Experten mit einem etwas schwächeren Zuwachs von 2,9 Prozent auf 662 Milliarden Euro.

Der Weltmarkt soll in diesem Jahr um vier Prozent und 2007 um 3,8 Prozent zulegen. Für den US-amerikanischen Markt werden in diesem Jahr 3,9 Prozent und im nächsten Jahr vier Prozent erwartet, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien weiter bekannt gab.

Den größten Binnenmarkt der Welt stellt die EU mit einem Marktanteil von 32 Prozent, gefolgt von den USA (28 Prozent), Japan (14 Prozent) und den "übrigen Ländern" (26 Prozent). Bei diesen Angaben beruft sich der Verband auf die Ergebnisse der jüngsten Studie des European Information Technology Observatory (EITO), die Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn nun wenige Tage vor der weltgrößten Computerfachmesse CeBIT in Hannover vorstellte.

"Unsere Branche wächst in diesem Jahr in der EU abermals deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft", sagte Bonn. "Das macht unsere Branche europaweit zum Konjunkturmotor.". Insbesondere in den neuen EU-Mitgliedern Mittel- und Osteuropas entwickele sich der ITK-Sektor mit einem Plus von sechs Prozent weiterhin sehr dynamisch.

75 Prozent des Marktes für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) entfallen laut den Experten auf Software, IT-Services und Telekomdienste. Lediglich noch 25 Prozent kommen aus der Hardware. "Das sind unglaubliche Werte für eine Branche, die ihre Wurzeln in der Fertigungsindustrie hat", sagte Bonn. Fast alle Marktsegmente lägen inzwischen wieder im Plus. Für die Hardware rechnen die EITO-Experten mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent in diesem und 2,2 Prozent im nächsten Jahr. IT-Services sollen 2006 um voraussichtlich fünf Prozent und 2007 um 5,3 Prozent wachsen. Leicht darüber liegt die Software mit einem Plus von 5,7 Prozent beziehungsweise 5,8 Prozent.

Telekomdienste wachsen trotz des hohen Preisdrucks um 2,2 Prozent und 1,6 Prozent in den Jahren 2006 und 2007, wie die Experten weiter mitteilten. In den einzelnen Teilbereichen dieser Dienste sei die Entwicklung allerdings sehr unterschiedlich. So legen im Festnetz die Datendienste nach den Angaben in der EU um 6,8 Prozent zu, während die Sprachtelefonie leicht schrumpft.

Im westeuropäischen Markt für Unterhaltungselektronik, der in diesem Jahr um 7,2 Prozent auf knapp 59 Milliarden Euro wachse, werde sich der Trend weg von den analogen hin zu digitalen Geräten fortsetzen. So steigen die Umsätze bei den digitalen Consumer Electronics wohl um 17,5 Prozent auf über 47 Milliarden Euro, bei den analogen sinken sie parallel um 21 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro.

Bei Fernsehern habe sich innerhalb von zwei Jahren das Bild komplett gedreht. 2004 hatten herkömmliche Röhrenfernseher einen Umsatzanteil von 17 Prozent am westeuropäischen Unterhaltungselektronik-Markt und digitale Flachbildfernseher 13 Prozent. Ende 2006 werde der Anteil der Röhrenfernseher bei 6,2 Prozent liegen, der Anteil der Plasma- und LCD-Geräten bei insgesamt 27 Prozent. "Sensationell ist das Wachstum bei MP3-Playern", sagte Bonn. Es betrug im vergangenen Jahr 105 Prozent. In diesem Jahr soll das Marktvolumen um rund 18 Prozent auf über 3 Milliarden Euro steigen.

Konvergenz ist aus Sicht des Bitkom auch einer der wichtigsten Trends der Branche und damit eines der Hauptthemen der CeBIT. Als weitere Schwerpunkte nannte Bonn Breitband und UMTS, E-Government und E-Health, IT-Outsourcing, Mittelstand, RFID, Sicherheit sowie Telematik und Navigation. (dpa/tc)