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DLD14

Bitcoin ist mehr als ein Filter-Bubble-Hype

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Jeremy Allaire hat ColdFusion erfunden, war Macromedia-CTO und hat Brightcove gegründet. Seine nächste Firma will Bitcoin massentauglich machen.

Im Publikum der Innovationskonferenz DLD14 in München waren am frühen Nachmittag die Bitcoin-Skeptiker eindeutig in der Mehrheit, wie Barry Silbert von Second Market und neuerdings Bitcoin Investment Trust mit einer schnellen Handzeichenumfrage ermittelte. Silbert und Jeremy Allaire glauben jedenfalls, das Bitcoin kein Hype ist, sondern auf lange Sicht existieren wird - und das Zeug dazu hat, die Finanzmärkte zum Besseren zu revolutionieren.

Jeremy Allaire bei DLD14
Jeremy Allaire bei DLD14
Foto: DLD via flickr

Jeremy Allaire jedenfalls arbeitet seit Frühjahr 2013 an seiner neuen Firma Circle, die Bitcoin-Transaktionen als "Utility" mit extrem niedrigen Transaktionskosten, hoher Sicherheit und für Endkunden einfach zu nutzen anbieten will. Circle hat seinen Sitz in Dublin; einen konkreten Starttermin wollte Allaire im Gespräch mit der "COMPUTERWOCHE" allerdings noch nicht nennen. Der Serial Entrepreneur räumte auf dem DLD-Podium allerdings auch freimütig ein, dass der Umgang mit Bitcoin derzeit noch durchaus riskant ist.

Mitdiskutant Silbert sieht Bitcoin derzeit mitten in der Venture-Capital-Phase, auf die in Bälde Wall-Street-Akzeptanz und danach auch massenhafte Akzeptanz folgen sollen. Allaire vermeldet gar schon hohe Akzeptanz bei Regierung und Regulierungsbehörden der USA. Allerdings sei das in Bitcoin abgewickelte Marktvolumen derzeit noch viel zu klein und müsse zur Markttauglichkeit zehn- bis hundertmal größer werden. (mhr)