Asus, Dell, HP, OLPC

Billig-Notebooks: Hersteller schielen auf gesättigte Märkte

14.04.2008 | von pte pte
Low-Cost-Notebooks bleiben Nischenprodukte, prognostiziert ein Analyst. Für einige Lieferanten wird die Nische aber durchaus lukrativ sein, wenn es gelingt, westliche Käufer zu begeistern.

Der Markt für günstige Notebooks lockt immer mehr Hersteller an. Neben dem IT-Entwicklungshilfeprojektes "One Laptop per Child" (OLPC) und Asus (Eee PC), die mit Billig- und Mini-Notebooks für Emerging Markets und Schulklassen, aber auch für westliche Märkte, den Anfang gemacht haben, planen nun auch Dell und Acer den Einstieg in das Billigpreissegment. Intel kündigte unterdessen die zweite Generation seines Classmate-PCs an, der neben Entwicklungsländern auch reifere Märkte wie Europa und die USA ansprechen soll, und Hewlett-Packard (HP) stellte ein eigenes Billig-Mini-Notebook vor. "Diese Laptops sind interessant, weil sie klein, handlich und dabei voll funktionsfähig sind. In gesättigteren Märkten wird das Geschäft mit Billig-Notebooks aber eher eine Nische bleiben", sagt Hans Engel, Analyst der österreichischen Erste Bank, im Gespräch mit pressetext.

Diese Nische werde aber nicht zu klein bleiben, fügt der Analyst hinzu. Langfristig sieht Engel eine Umschichtung in den Produktsegmenten von größeren hin zu kleineren Laptops. Dabei könnten Billig-Rechner vor allem als Zweitnotebooks genutzt werden, da sie oft robuster konstruiert sind und damit leichter auf Reisen mitgenommen werden könnten. "Der Komfort der kleineren Notebooks macht sich bezahlt und wird auch den Kunden interessieren." Neben Intel hofft auch der PC-Hersteller Asus auf steigende Nachfrage in gesättigten PC-Märkten. So will Intel die zweite Generation seines Classmate-PCs noch in diesem Jahr am US- sowie auf westeuropäischen Märkten anbieten. Neue technische Features sollen dabei die Attraktivität des Gerätes auch in reiferen Märkten steigern.

"Mehrere Anbieter, darunter Asus und OLPC, haben erkannt, dass dasselbe System, das für Entwicklungsländer entworfen wurde, auch in entwickelten Ländern im preissensitiven Bereich Anklang findet", zitiert "eWeek" Roger Kay, Analyst bei Endpoint Technologies Associates. Dell bestätigte Mitte vergangener Woche, ebenfalls in diesem Jahr mit eigenen Produkten in den Markt für Low-Cost-Laptops einzusteigen. Die Laptops seien demnach vergleichbar mit der jüngsten Ankündigung von Hewlett-Packard, das vor Tagen einen Mini-Laptop vorgestellt hat. Mit einem Verkaufspreis von knapp 500 Dollar liegt das Gerät preislich eher an der oberen Grenze der aktuellen Billig-Produkte.

Aktuelle Markterhebungen zeigen zudem, dass der Notebook-Markt im Vergleich zum Desktop-Segment deutlich rascher wächst. "Die Wachstumsraten im Laptop-Segment sind sehr erfreulich. Billig-Notebooks sind dabei vor allem für Schulklassen und Entwicklungsländer sehr interessant", so Engel über den ursprünglichen Sinn der Low-Cost-PCs. Der Markt biete in diesem Bereich noch deutliches Potenzial. "Die meisten Nutzer in Entwicklungsländern haben vermutlich eine Präferenz für einen günstigen Computer." Jener Hersteller, der zu Beginn der Marktentwicklung vor Ort ist, habe jedoch in der Regel die besten Chancen, auch später hohe Marktanteile zu halten, so Engel, der Asus als Beispiel anführt. "Für die ersten fünf Anbieter macht es auf jeden Fall Sinn, in den Billig-PC-Markt einzusteigen", erläutert Engel.

Intel, das sowohl am OLPC-Projekt beteiligt ist als auch mit dem Classmate-PCs an eigenen Billig-Laptops arbeitet, geht davon aus, dass der Absatz von Low-Cost-PCs zwischen 2008 und 2011 die Marke von 100 Millionen Stück durchbrechen wird. Bei Asus erwartet man 10 Millionen abgesetzte Geräte im laufenden Jahr, 20 Millionen sollen es 2009 sein, berichtet das Branchenportal "DigiTimes" unter Berufung auf informierte Kreise. Den Trend nutzen wollen auch die Chip-Hersteller VIA und Nvidia, die vergangene Woche angekündigt haben, eine eigene Plattform für die Low-cost-Rechner entwickeln zu wollen. (pte)

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