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Betrug kostet Gauss den operativen Break-even

20.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Gauss Interprise AG muss wegen Fälschungen und Manipulationen eines leitenden Vertriebsmitarbeiters ihre Zahlen für das vierte Quartal 2001 nach unten korrigieren. Wie die Hamburger Softwareschmiede mitteilte, wurde der Betrug im Rahmen der Jahresabschlussprüfung aufgedeckt. Der unmittelbare Schaden für die Gesellschaft sei jedoch gering, hieß es. Allerdings fällt das Volumen eines am 19. Februar in einer Ad-hoc-Mitteilung gemeldeten Großauftrags nun geringer als die erwarteten 4,3 Millionen Euro aus. Nachdem ein Teil der Einnahmen jedoch bereits im vierten Quartal 2001 verbucht wurde, soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nun um 700 000 Euro niedriger liegen. Damit verfehlt Gauss das Anfang Februar gemeldete Break-even auf operativer Basis um eben diesen Betrag.

Die Hamburger erzielten im letzten Quartal 2001 einen Ebitda-Verlust von 1,5 Millionen Euro. Aufgrund im Ergebnis enthaltener Einmaleffekte und Restrukturierungskosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro beanspruchte das Unternehmen jedoch, die Gewinnschwelle erreicht zu haben (Computerwoche online berichtete). Aus aktuellem Anlass hat Gauss die für den 26. März anberaumte Pressekonferenz auf den 5. April verschoben, die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2001 werden am 31. März veröffentlicht. (mb)