Die Virus-Download-Top-Ten

Best of MS-DOS-Retro-Malware

Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Ein Online-Museum für Malware und Viren bewegt die Gemüter in der IT-Security-Branche. Wir sagen Ihnen, woran das liegt und zeigen Ihnen die beliebteste Retro-Malware.

Mehr als eine Million Menschen waren seit Februar 2016 bereits zu Gast im virtuellen Malware-Museum. Als Teil des gemeinnützigen Internet Archive stehen dort für Jedermann Infos und Screenshots zu verschiedenster Malware aus der guten alten MS-DOS-Zeit zur Verfügung. Sogar Samples stehen zum Download zur Verfügung - natürlich wurden die Files vorher bereinigt, sodass mit ihnen kein Schaden mehr angerichtet werden kann.

Die beliebteste MS-DOS-Malware

Jason Scott ist Software-Kurator des Malware-Museums und glaubt an eine nostalgische Wirkung der alten DOS-Viren - insbesondere mit Blick auf die aktuelle Bedrohungslage, die von immer raffinierteren, auf Spionage oder Erpressung ausgelegten, Schadcodes geprägt ist: "Das ist ein Unterschied wie zwischen einem Cartoon-Bösewicht und einem Superhelden. Das Museum bietet eine authentische Reise in die Computer-Vergangenheit - viele der Viren bieten grafisches Amüsement - das fasziniert viele Menschen."

Wir haben für Sie die zehn beliebtesten Viren-Downloads des Malware-Museums zusammengefasst. Vielleicht kommt Ihnen der ein oder andere Screenshot ja bekannt vor?

Ein Viren-Museum erregt die Gemüter

Das von F-Secure Chef-Researcher Mikko Hypponen mitinitiierte Malware-Museum wurde von vielen Experten jedoch auch kritisch gesehen. "Das ist irgendwie eine dumme Idee", meinte Ira Winkler, Präsident bei Secure Mentem: "Die meisten Malware-Autoren verrichten ihr Werk vorrangig, um ihr Ego zufriedenzustellen. Was hier passiert, belohnt diese Leute auch noch für den Schaden, den sie angerichtet haben. Außerdem könnten so auch andere Menschen dazu ermutigt werden, neue Schadprogramme zu schreiben - nur damit ihnen auf dieser Seite ein Denkmal gesetzt wird."

Andere Security-Spezialisten stimmten mit Winkler darin überein, dass der Viren- und Malware-Showcase auf lange Sicht ein Eigentor sein könnte. Natürlich wirken die alten MS-DOS-Viren im Vergleich zu moderner Crypto- und Ransomware vergleichsweise harmlos - dennoch stellte die Schadsoftware zu ihrer Zeit eine ernsthafte und lästige Bedrohung für PC-User dar, die unter Umständen erheblichen Aufwand betreiben mussten, um die Malware wieder los zu werden.

Mikko Hypponen selbst sah die Sache übrigens ganz anders: "Für viele Viren-Autoren der alten Schule stellte ihre Schadsoftware ein Ausdrucksmittel dar. Darum bekommen wir auch diese ganze Aufmerksamkeit. Manche würden es Kunst nennen. All meine Kollegen sehen es als Kunst, die - wie jede andere Art von Kunst - schützenswert ist. Das ist es, was wir tun."

Dieser Artikel basiert in Teilen auf einem Beitrag unserer Schwesterpublikation Network World.