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Bertelsmanns Internet-Geschäft soll 2003 schwarze Zahlen schreiben

05.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Medienkonzern Bertelsmann will seine Internet-Sparte im kommenden Jahr in die schwarzen Zahlen bringen. Im vergangenen Jahr hatten die Online-Aktivitäten noch einen Verlust in Höhe von 800 Millionen Euro eingebracht. In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" erklärte Konzernchef Thomas Middelhoff, dass alle Internet-Geschäfte, die kein Geld gebracht hätten, inzwischen eingestellt wurden oder noch umstrukturiert würden. Die anderen Geschäfte müssen im Jahr 2003 die Gewinnschwelle erreichen. "Es war stets unsere Politik, für Internet-Geschäfte immer nur so viel auszugeben, wie durch Erträge in diesem Bereich gedeckt war", erläuterte Middelhoff die Unternehmensstrategie.

Außerdem strebt der Konzern nun die vollständige Übernahme der Online-Musiktauschbörse Napster an. Laut Middelhoff wurde den Altgesellschaftern bereits ein Angebot unterbreitet, diese konnten sich jedoch bislang noch nicht über eine Aufteilung der Gelder einigen. Bertelsmann hatte sich Ende Oktober 2000 bei der Tauschbörse mit dem Ziel eingekauft, die Internet-Plattform in einen kostenpflichtigen Abo-Service umzuwandeln.

Insgesamt rechnet der Konzern nach einem Rekordergebnis von 4,16 Milliarden Euro im vergangenen Jahr für 2002 mit einem erneuten Gewinnanstieg (mb)