BDU befürchtet Fachkräftemangel

Berater verzweifelt gesucht

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Laut BDU-Erhebung stellen Beratungshäuser vermehrt ein. Ab 2012 droht wieder ein "war for talents".
BDU-Präsident Antonia Schnieder: Es droht ein neuer Wettbewerb um Beratertalenter.
BDU-Präsident Antonia Schnieder: Es droht ein neuer Wettbewerb um Beratertalenter.

Die deutschen Consulting-Firmen suchen Mitarbeiter. Knapp Zweidrittel von rund 1.000 Beratungshäusern, die sich an einer Befragung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) beteiligt haben, erwarten spätestens ab 2012 einen heftigen Wettbewerb um die besten Berater. "Der war for talents kehrt zurück und wird die Branche absehbar in Atem halten", warnt BDU-Präsident Antonio Schnieder angesichts der erstaunlich guten Konjunkturentwicklung und -erwartung. Dabei gehen 84 Prozent der Befragten davon aus, dass vor allem Berater mit sehr spezifischen Anforderungsprofilen gesucht werden. Dazu zählen beispielsweise Fähigkeiten, vollständige Wertschöpfungsketten einer Branche oder Industrie beurteilen zu können (77 Prozent mit Zustimmung). Knapp 60 Prozent der Studienteilnehmer gaben in diesem Zusammenhang an, dass sie verstärkt Senior-Berater mit mehrjähriger Berufs- und Branchenerfahrung rekrutieren wollen.

Doch nicht nur fest angestellte Berater spielen in den Überlegungen der Firmen eine Rolle. Zweidrittel der Unternehmensberater wollen die Zusammenarbeit mit freiberuflichen Mitarbeitern weiter ausbauen, um flexibel auf Schwankungen in der Nachfrage zu reagieren. Daneben wächst die Anforderung an die Beratungsgesellschaften, die eigene Aus- und Weiterbildung der Berater voranzutreiben. Mit langfristig angelegten Mitarbeiterprogrammen soll die gezielte Entwicklung von Beraterpersönlichkeiten noch stärker gefördert werden, so ein weiteres Ergebnis der BDU-Befragung. (jha)