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BenQ-Mobile-Beschäftigte können wieder Hoffnung schöpfen

05.01.2007
NRW und Bayern stellen Staatsbürgschaften in Aussicht und bieten Gespräche an. Zudem soll eine weitere Investorengruppe aufgetaucht sein, und Inservio geht angeblich an einen französischen Käufer.

Zur Rettung des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile haben sich Nordrhein-Westfalen und Bayern grundsätzlich offen für staatliche Bürgschaften gezeigt. "Falls es für den Standort München zu einer Fortführungslösung kommt, werden wir die rechtlichen Möglichkeiten für staatliche Bürgschaften ausschöpfen", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) am Freitag in München. Auch in Nordrhein-Westfalen wurde nicht ausgeschlossen, dass sich das Land mit einer Bürgschaft an der Rettung von BenQ Mobile mit ursprünglich mehr als 3.000 Beschäftigten beteiligt. Eine interessierte Investorengruppe hatte ein Engagement der beiden Länder gefordert.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) lud die deutsch-amerikanische Investorengruppe, die BenQ Mobile komplett übernehmen will, für kommenden Montag zu einem Gespräch ein. "Wir wollen schnell wissen, ob eine tragfähige Lösung für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile mit den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt möglich ist", sagte Thoben. Ziel des Gesprächs sei es, die Eckpunkte des von den Kaufinteressenten vorgeschlagenen Übernahmemodells und mögliche Unterstützungsmaßnahmen durch die Landesregierung abzuklären. Dazu seien auch Insolvenzverwalter Martin Prager, die Finanzierungspartner der Investorengruppe, Arbeitnehmervertreter und Mitarbeiter der bayerischen Staatsregierung eingeladen worden.

Am Vortag hatte die Investorengruppe über einen Münchner Anwalt erklären lassen, sie wolle mit zunächst 800 Beschäftigten weiter Handys in Deutschland entwickeln und herstellen. Allerdings ist die Kauf-Offerte an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Daher war in Branchenkreisen vor allzu großen Hoffnungen gewarnt worden. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) gibt es jedoch einen zweiten ernsthaften Interessenten für BenQ Mobile. Dieses Konsortium werde von einem in Amerika lebenden Deutschen angeführt. Bewegung gebe es zudem bei der ebenfalls insolventen Service-Tochter Inservio GmbH in Bocholt. Der dafür zuständige Insolvenzverwalter Michael Pluta sei sich mit einem französischen Investor über einen Verkauf weitgehend einig geworden. (dpa/ajf)