FCC

Bekommen die USA kostenloses mobiles Internet?

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die US-Fernmeldeaufsicht Federal Communications Commission (FCC) verhandelt diesen Monat Pläne für einen US-weiten kostenlosen mobilen Datendienst.

Für das umstrittene Vorhaben macht sich laut "Wall Street Journal" unter anderem der scheidende FCC-Vorsitzende Kevin Martin stark. Gegen den Service, der aus Jugendschutzgründen auch gleich einen Pornographie-Filter erhalten soll, opponieren unter anderem einige Netzbetreiber und Verbraucherschützer.

Kevin Martin, Noch-Chairman der FCC
Kevin Martin, Noch-Chairman der FCC
Foto: FCC

Der Plan geht einher mit dem Vorhaben, eine Reihe von Funkfrequenzen zu versteigern, die durch die Umstellung auf digitales Antennenfernsehen freigeworden sind. Der Gewinner der Auktion könnte dazu verpflichtet werden, einen Teil dieser Frequenzen für den "schmutzfreien" kostenlosen mobilen Datendienst zu reservieren (dürfte aber aber gleichzeitig gegen Geld einen schnelleren Service offerieren).

Der Vorschlag der FCC orientiert sich dabei an einem Plan, den die Firma M2Z Networks Inc. entwickelt hat, hinter der John Doerr stehe, seines Zeichens Partner bei der bekannten Investment-Firma Kleiner Perkins Caufield & Byers.

Verbraucherschützern ist vor allem der angedachte Porno-Filter ein Dorn im Auge. Die FCC erwägt hier offenbar ein Opt-out-Modell, mit dem Erwachsene beliebige Inhalte ansehen könnten.

Auf Seiten der Carrier hat speziell T-Mobile USA Bedenken gegen das Vorhaben. Die Tochter der Deutschen Telekom hatte vor einigen Jahren rund vier Milliarden Dollar für benachbarte Frequenzen hingeblättert und befürchtet nun, der potenzielle Umsonst-Dienst könnte Kunden seines 3G-Netzes unschöne Interferenzen bescheren. Die FCC hatte diese Bedenken bereits im Herbst zurückgewiesen, T-Mobile gab sich damit bislang nicht zufrieden.