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Barrys Napster-Chefsessel wackelt

24.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bereits am heutigen Dienstag könnte Napster-Chef Hank Barry abgelöst werden, berichten US-Zeitungen unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Als Nachfolger wird von der "New York Times" Konrad Hilbers gehandelt, ein früherer Manager des deutschen Medienkonzerns Bertelsmann. Bislang haben weder Barry noch Hilbers die Gerüchte bestätigt. Barry war vor 13 Monaten als Interims-Chef bei der Online-Musiktauschbörse eingestellt worden, nachdem die Venture-Capital-Gesellschaft Hummer Winblad 15 Millionen Dollar in die US-Company investiert hatte. Der auf den Entertainment-Bereich spezialisierte Rechtsanwalt sollte Napster in ein profitables Unternehmen umwandeln. Nach dem anfänglichen durchschlagenden Erfolg von Napster in der Internet-Musikgemeinde sah sich der MP3-Tauschservice jedoch nicht enden wollenden Copyright-Auseinandersetzungen mit der traditionellen Musikindustrie ausgesetzt. Mehrmals

wurde Napster bereits dazu verurteilt, seinen Dienst vom Netz zu nehmen.

In dem Schlagabtausch mit den Plattenlabels hat Napster unlängst einen Teilerfolg errungen: Ein Berufungsgericht gestattete es der Musiktauschbörse, vorerst weiterhin am Netz zu bleiben. Damit hoben die Richter das Urteil des US-Bundesgerichts vom 11. Juli 2001 auf, wonach Napster erst wieder ans Netz hätte gehen dürfen, wenn das Unternehmen 100-prozentig in der Lage gewesen wäre, die Verteilung von urheberrechtlich geschützten Liedern über seine Server zu unterbinden. Die Erlaubnis des Berufungsgerichts soll nun gelten, bis das Gericht eine endgültige Entscheidung gefällt hat (Computerwoche online berichtete).