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Baan steht wieder zum Verkauf

17.04.2003

MÜNCHEN (Computerwoche) - Die Ehe zwischen dem englischen IT-Mischkonzern Invensys und dem Anbieter von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware Baan steht nach nur zwei Jahren vor dem Scheitern. Wie es aus Unternehmenskreisen hieß, will Invensys neben weiteren Geschäftsfeldern das niederländische Traditionsunternehmen am kommenden Mittwoch zum Verkauf anbieten, um wieder profitabel zu werden. Nähere Details über die Gründe und die Zukunft von Baan will der Konzern im Rahmen der Vorstellung seiner Jahresbilanz am 29. Mai bekannt geben. In ersten Reaktionen gingen Marktbeobachter davon aus, dass Invensys vermutlich innerhalb weniger Wochen einen Käufer finden sollte, da Baan immer noch über solide Produkte und einen attraktiven Verkehrswert verfüge. Als potenzielle Käufer werden unter anderem die wiederauferstandene ERP-Anbieter SSA Global Technologies aus Chicago und Peoplesoft gehandelt.

Baan war im Jahr 2000 für 708 Millionen Dollar von Invensys gekauft und in dessen Production Management Division eingegliedert worden. Dort hatte der ERP-Hersteller mit seinen 2800 Mitarbeitern und rund 6500 Kunden nach offiziellen Verlautbarungen einen wesentlichen Teil der zuletzt 2,4 Milliarden Dollar Umsatz eingefahren. Noch im Mai 2002 war Leo Quinn, Chief Operating Officer der Invensys Production Management Division, in einem Gespräch mit der COMPUTERWOCHE den damals schon aufkommenden Zweifel über den Verbleib von Baan entgegengetreten und hatte behauptet, dass Baan "von fundamentaler Bedeutung" für das Invensys-Wachstum sei und stark zur Profitabilität beitragen werde. (as)