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Automatisierung der Handelsprozesse im Trend

16.02.2008
Von WIWO WIWO
Jedes Jahr investiert die Deutsche Börse zweistellige Millionenbeträge in das Computer-System für Leistungssteigerungen.

„Je schneller das System, je schneller der Regelungskreis, desto stabiler läuft der Handel und desto geringer die Gefahr, eine Trendwende des Marktes zu verzögern“, sagt Deutsche Börse IT-Vorstand Michael Kuhn im Interview mit der WirtschaftsWoche. Beim elektronischen Handelssystem Xetra werden Orders nach Preis-Zeit-Priorität ausgeführt.

Ende Januar wurden auf Xetra rund 2,2 Millionen Geschäfte an einem Tag gezählt. Laut Kuhn „so viel wie noch nie“. Der Wert dieser Aktiengeschäfte, so der IT-Chef, „belief sich auf rund 26 Milliarden Euro“. Kuhn: „Hinzu kamen 17 Millionen Kontrakte mit Derivaten, ebenfalls ein Tagesrekord, mit einem  Gegenwert von rund einer Billion Euro.“

Trotz der seit Jahren steigenden Automatisierung der Handelsprozesse, dem sogenannten „Algo-Trading-Trend“ – die automatische Erteilung von Handelsaufträgen auf Basis computergestützter Algorithmen beträgt heute auf Xetra laut Kuhn bereits über 40 Prozent – ist ein komplett computerbasierter Handel nicht in Sicht.

Kuhn: „Die Zahl der Menschen, die an der Vergabe von Handelsaufträgen mitwirken, wird weiter abnehmen. Aber ohne Menschen geht es nicht. Jede Strategie ist Menschenwerk. Selbst im  hochautomatisierten Algo-Trading muss es weiterhin Spezialisten geben, die die Klaviatur dieser Algorithmen beherrschen, sie für das Haus nutzbar machen und überwachen.“ Michael Kuhn, IT-Vorstand der Deutschen Börse, im Interview: „Geld und Physik“