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Aussies planen 100-Gigahertz-Chip

06.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein bislang unbekanntes Unternehmen schickt sich an, den angestammten Prozessor-Lieferanten Paroli zu bieten. Hightech aus Australien soll als Herz in zukünftigen Rechnern schlagen. In der Olympia-Stadt Sydney entwickelte die Silex Systems Ltd. eine Technik, mit der sich Computerprozessoren bauen lassen, die 100 mal schneller getaktet sind als Intels derzeitige Pentiums.

Zwölf Jahre experimentierten die Australier mit Lasersystemen und nutzten ihre Technik zur Anreicherung von Uran. Das Geschäft mit der Kernkraft wurde aber an ein US-Unternehmen verkauft, als sich herausstellte, dass sich das Laser-Verfahren auch zur Gewinnung von sehr reinem Silizium eignet. Statt die bekannten Prozessorhersteller für das Verfahren zu gewinnen, ging Silex den anderen Weg und besorgte sich in Japan Lizenzen, um selbst in das Chip-Design einzusteigen. Zusammen mit der "Advanced Semiconductor Material Group" von Tokios Keio-Universität sollen Prozessoren entwickelt werden, die mit einem Gigahertz und höher getaktet sind. Ende 2001 soll ein kommerziell nutzbares Produkt vorgestellt werden, bis zur Marktreife könnten dann nochmals vier Jahre vergehen.