Freiberufler 2015

Aufgabe schlägt Stundensatz

Johannes Königes ist freier Autor in München.
Geld ist nicht alles – das legt zumindest eine aktuelle Umfrage unter IT-Freelancern nahe. Denn als wichtigstes Auswahlkriterium für ein Projekt nannten diese eine spannende Aufgabe noch vor dem Honorar.

Das Jahr 2015 läuft gut für deutsche IT-Freelancer: Die Projektauslastung hat sich für den Großteil der befragten freiberuflichen IT-Experten im Vergleich zum Vorjahr verbessert und jeder zweite freut sich über gestiegene Stundensätze. Das geht aus einer aktuellen Studie der auf IT- und Engineering-Fachkräfte spezialisierten Vermittlungsagentur Solcom hervor, die knapp 500 Freiberufler befragt hat.

So wurde die Projektauslastung der Freiberufler im ersten Halbjahr 2015 untersucht. Der Anteil der Teilnehmer mit einer Auslastung von über 100 Prozent konnte im Vorjahresvergleich auf über 37 Prozent deutlich zulegen (2014: 23 Prozent). Der kumulierte Wert bei einer Auslastung von mehr als 75 Prozent beträgt mittlerweile über 81 Prozent und ist damit nochmals um gut sechs Prozentpunkte im Vergleich zu 2014 angestiegen.

Rosige Aussichten für freiberufliche IT-Experten

Optimistisch blicken die Selbständigen in die Zukunft: Etwa 70 Prozent der befragten Freiberufler sind sich sicher, dass ihr aktuelles Projekt verlängert wird, im vergangenen Jahr glaubte nur etwa die Hälfte der Studienteilnehmer daran.

Der Stundensatz steht bei Selbständigen immer noch hoch im Kurs, aber nicht mehr so sehr: 2014 war er mit 87 Prozent noch das entscheidende Auswahlkriterium bei der Projektwahl und ist auch 2015 mit 73 Prozent noch unübersehbar wichtig, jedoch sind den Freelancern nunmehr spannende Aufgaben wichtiger (78 Prozent).

Eine überwältigende Mehrheit der Freelancer (90 Prozent) ist der Meinung, dass die Stundensätze im Vergleich zu 2014 stabil bleiben oder sogar steigen werden. Lediglich zehn Prozent sind der Auffassung, dass die Honorare gesunken seien.

Hinsichtlich der Projektauslastung in der Gesamtschau 2015 erwarten 40 Prozent der Befragten einen positiven Trend und etwa 45 Prozent ein konstantes Niveau. Nur etwa jeder Zehnte rechnet damit, dass die Aufträge zurückgehen. (kf)