"BBC News"

Auch Microsoft durchsucht US-Nutzerdaten nach Kinderpornografie

07.08.2014
Microsoft durchkämmt ebenso wie Konkurrent Google Daten von Nutzern automatisch nach kinderpornografischen Inhalten.

Ein Tipp von Microsoft habe im US-Bundesstaat Pennsylvania dazu geführt, dass ein Verdächtiger festgenommen worden sei, berichtete der britische Fernsehsender BBC. Auf dem Konto des Mannes beim Microsoft-Speicherdienst OneDrive sei ein Foto eines jungen Mädchens gefunden worden, berichtete der Sender. Der Mann soll zudem versucht haben, zwei illegale Fotos per E-Mail über einen Microsoft-Dienst zu verschicken. Das gehe aus Gerichtsunterlagen hervor. Ein Beamter der Polizei aus Pennsylvania habe der BBC bestätigt, dass Microsoft die Untersuchung angestoßen habe.

Microsoft-Schild auf dem Firmengelände in Redmond bei Seattle
Microsoft-Schild auf dem Firmengelände in Redmond bei Seattle
Foto: Microsoft

Microsoft sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass das Unternehmen Software einsetze, um kinderpornografische Inhalte aufzuspüren. Das sei in den Nutzungsbedingungen auch festgelegt. Der Fall ist ein weiterer Hinweis für Nutzer, dass Internetunternehmen ihre E-Mails und gespeicherten Daten durchforsten. Bisher war vor allem bekannt, dass Unternehmen automatisch Spam und Schadsoftware aussortieren.

Google hatte Anfang der Woche mit einem ähnlichen Fall für Aufsehen gesorgt. Beide Firmen hatten sich im Übrigen nicht direkt an die Strafverfolgungsbehörden gewandt, sondern wie vorgesehen die sogenannte Cybertipline des National Center for Missing and Exploited Children, wo Fälle von Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern zentral zu melden sind. (dpa/tc)