"Manager Magazin"

Auch Kabelriese Comcast pokert mit um T-Mobile US

17.06.2015
Im Übernahmepoker um die Telekom-Tochter T-Mobile US will einem Bericht zufolge auch der US-Kabelriese Comcast mitspielen.

Die Telekom sei in Verkaufsgesprächen mit dem Kabel-Konzern, schreibt das "Manager Magazin" am Mittwoch vorab unter Berufung auf mehrere Insider. Damit bekäme der US-Satellitenfernsehanbieter Dish einen Konkurrenten im Bieterkampf. Auch Dish soll in Verhandlungen mit der Telekom sein. Ein Telekom-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

John Legere, CEO von T-Mobile USA, beim 'Uncarrier-7.0'-Event im September 2014
John Legere, CEO von T-Mobile USA, beim 'Uncarrier-7.0'-Event im September 2014
Foto: Jed Jacobsohn / AP Images for TMO

Wie das Magazin schreibt, gibt es noch keine Entscheidung, wer den Zuschlag bekommt. Telekom-Aktien legten als einer der Spitzenreiter im Dax um 2,75 Prozent zu. An der Börse ist T-Mobile US derzeit mehr als 31 Milliarden US-Dollar (28 Milliarden Euro) wert.

Comcast gilt laut dem Blatt bei der Telekom als geeigneterer Käufer, weil das Unternehmen finanzstärker sei und eine vollständige Übernahme stemmen könnte. Comcast suche neue Wachstumsmöglichkeiten, nachdem ein Kauf des Konkurrenten Time Warner an US-Kartellbehörden gescheitert war. Mit T-Mobile US könnte Comcast dem Blatt zufolge auf dem Markt für Bündelangebote aus Fernsehen, Internet, Festnetz und Mobilfunk stärker werden.

Wenn es dagegen zu einem Deal mit Dish käme, sei ein Aktientausch zwischen beiden Konzernen wahrscheinlicher als eine Übernahme. Die Telekom bliebe dann voraussichtlich weiter an einem neuen Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Zwischen Dish und der Telekom gebe es aber Unstimmigkeiten über die Stimmrechte bei der US-Tochter nach einem möglichen Verkauf.

Die Deutsche Telekom hält im Moment noch zwei Drittel an T-Mobile US. Der Bonner Konzern ist aber offen für einen Verkauf oder eine Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen - wenn der Preis stimmt.

Die Bonner hatten auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase Anfang des Jahrtausends den US-Mobilfunker Voicestream übernommen und in T-Mobile US umbenannt. Unter anderem wegen der daraus entstandenen hohen Schulden wollte der Konzern das US-Geschäft 2011 an AT&T verkaufen, scheiterte jedoch am Widerstand der US-Wettbewerbshüter. Im vergangenen Jahr gab es immer wieder Spekulationen über einen Verkauf von T-Mobile. Zu den damaligen Interessenten soll auch schon Dish gehört haben. (dpa/tc)