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Auch Intels Top-Managern fehlen E-Mails

12.03.2007
Der peinliche E-Mail-Schwund bei Intel reicht offenbar hinauf bis ganz oben.

Das geht laut "Wall Street Journal" aus dem Transkript einer Anhörung hervor, das Konkurrent Advanced Micro Devices (AMD) veröffentlicht hat. AMD hatte Intel Mitte 2005 verklagt und dem Wettbewerber vorgeworfen, er habe seine dominierende Marktposition mit illegalen Methoden zementiert. Intel war seitdem verpflichtet, für das Verfahren relevante E-Mails aufzubewahren, was aufgrund verschiedener Pannen aber offenbar nur teilweise passiert ist.

AMD zufolge deuten erste von Intel vorgelegte Informationen darauf hin, dass unter anderem Konzernchef Paul Otellini, dessen Vorgänger und aktueller Chairman Craig Barrett sowie der Vertriebs- und Marketing-Chef Sean Maloney zu den Mitarbeitern gehören, die ihre elektronische Korrespondenz nicht pflichtgemäß archiviert haben.

Intel hat bis zum 10. April Zeit, möglicherweise fehlende Mails zu ermitteln und will dann erklären, wie es diese möglicherweise noch wiederbeschaffen kann. Der Konzernsprecher Chuck Mulloy wollte die jüngste Entwicklung nicht kommentierten und bemühte sich, die Probleme herunterzuspielen. "Die Lücken betreffen nur einen sehr kleinen Teil der zig Millionen Dokumentenseiten", die Intel in dem Prozess vorlegen werde. "Es gibt überdies keinerlei Hinweise darauf, dass irgendwelche relevanten E-Mails oder Dokumente verloren gegangen sind." (tc)