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Auch Bea mischt Open Source und Proprietäres

10.05.2006
Der Code eines wesentlichen Teils der Persistenz-Engine "Kodo" ist freigegeben.

Bea hat aus Kodo ein Set von Java-Persistence-APIs (Application Program Interfaces), die auf dem Standard Enterprise Java Beans 3.0 (EJB 3) basieren, wie angekündigt Open Source gestellt. Dieses Set hat jetzt den Namen "Open JPA" und steht unter der Apache-Lizenz. Es ist interessant für Java-Programmierer, die Frameworks entwickeln und sich dabei auf Geschäftsprozesse konzentrieren müssen, statt viel Zeit mit dem Schreiben und Testen von Infrastrukturcode zu verbringen.

Bea hat Kodo im November 2005 mit der Übernahme von Solarmetric erworben. Das Produkt steht in Konkurrenz zu "Toplink" und dem quelloffenen "Hibernate". Laut Martin Percival, Senior European Technology Evangelist bei Bea, war es ein zunehmender Wunsch der Anwender, dass Kodo Open Source gestellt wird. Dem entspreche sein Unternehmen nun, denn "Open Source ist gut für unsere Reputation". Er sei sicher, Kodo werde so eine größere Verbreitung finden.

Für Bea gehe die Rechnung auf, meint Percival, denn die Weiterentwicklung liege nun in Händen einer Community aus Bea-Mitarbeitern, Partnerunternehmen wie Interface 21 und engagierten Anwendern. Das reduziere die Entwicklungskosten für Bea. Open JPA ist eingebettet in das Bea-Geschäftsmodell "Blended Development and Deployment". Demzufolge ist ein Kernelement einer Softwareumgebung Open Source, während weitere Bestandteile kommerziell bleiben. Mit solchen Kodo-Elementen, "Value Adds", will Bea weiterhin Geld verdienen. Das Resultat dieses "Blended"-Modells können Closed-Source-Entwicklungen sein - die Apache-Lizenz kennt diesbezüglich kaum Restriktionen. (ls)