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Arcor-Gewinn macht Vodafone Freude

25.11.2004

Der deutsche Festnetzbetreiber Arcor hat sich in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres 2005 positiv entwickelt. Das Unternehmen konnte seien Umsatz vom April bis September im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent von 665 auf 755 Millionen Euro steigern. Das Vorsteuerergebnis schnellte sogar von 22 auf 102 Millionen Euro hoch.

Mit diesem Ergebnis dürften die Verkaufschancen von Arcor deutlich gestiegen sein. Die Konzernmutter Vodafone hat schon mehrfach signalisiert, den deutschen Carrier abstoßen zu wollen, weil er als Festnetzbetreiber nicht in das britische Mobilfunkimperium passt. Das Eschborner Unternehmen war Teil des Mobilfunkkonzerns geworden, nachdem Vodafone durch eine feindliche Übernahme die Mannesmann AG geschluckt hatte. Bislang war ein Verkauf von Arcor aber daran gescheitert, dass Vodafone keine Chance sah, den gewünschten Preis von mindestens einer Milliarde Euro zu erzielen.

Als Treiber des Erfolgs bezeichnete Arcor-Chef Harald Stöber die DSL- und ISDN-Pakete des Unternehmens. "Breitband sorgt für einen Festnetz-Boom. Wir wachsen profitabel", sagte er anlässlich der Präsentation der Zahlen. Bei den DSL-Angeboten, die Arcor in mehr als 200 Städten mit eigener Infrastruktur und in Kombination mit ISDN-Anschlüssen realisiert, verzeichnete die Festnetzgesellschaft im Geschäftshalbjahr erneut kräftige Steigerungsraten.

Für das Unternehmen dürften die Margen in diesem Geschäft deutlich besser als für die Konkurrenten sein, weil es beim Kundenzugang über eigene Leitungen verfügt und nicht auf das Resale-Angebot der Telekom angewiesen ist. "Die eigene Infrastruktur verschafft Arcor deutliche Wettbewerbsvorteile im hart umkämpften Festnetzmarkt", betonte auch Stöber. Die Zahl der über Arcor-Infrastruktur angeschlossenen DSL-Kunden verdoppelte sich bis Ende September auf 223 000.

Forciert von der starken DSL-Nachfrage stieg die Zahl der Internet-Vertragskunden auf insgesamt 424 000. Die Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr betrug damit 67 Prozent. Mehr als 1,3 Millionen Nutzer surften mit den Einwahldiensten von Arcor (Internet-by-Call) im Internet.

Hohe Zuwächse verbuchte das Unternehmen auch bei den ISDN-Services. Die Kundenzahl erhöhte sich um 67 Prozent auf 476 000. Mit über 2,4 Millionen Preselection-Kunden festigte Arcor in den ersten beiden Quartalen auch seine führende Position in dem Segment der Vertragskunden. Auf hohem Niveau liegt außerdem die Call-by-Call-Nutzung: Im Monatsdurchschnitt wählten über 2,7 Millionen Kunden die Arcor-Vorwahl 01070.

Auch beim Minuten- und Datenvolumen konnte sich das Unternehmen verbessern. Arcor vermittelte im Berichtszeitraum fast 18 Milliarden Minuten, im Vorjahr waren es 14,8 Milliarden Minuten. Noch stärker wuchs das Datenvolumen, das sich um 44 Prozent auf drei Millionen Gigabyte pro Monat erhöhte. (pg)