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Arbeitslos durch Datenchaos?

20.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Bundesanstalt für Arbeit legt offenbar nicht nur fehlerhafte Vermittlungsberichte vor. In den Arbeitsämtern soll ein regelrechtes Datenchaos herrschen, belegt laut Spiegel Online ein interner Revisionsbericht aus Rheinland Pfalz. Demnach werde eine Vermittlung von Arbeitssuchenden oft durch die unsachgemäße Bedienung der in den Ämtern verwendeten Software verhindert. Zum Beispiel soll in einer Datenmaske für jede zu vermittelnde Person unter anderem der Zielberuf mit einer Kennziffer eingegeben werden. Die Revision habe hier in 25 Prozent aller Fälle falsche Eintragungen ermittelt. In einem der untersuchten Arbeitsämter sollen die Eintragungen im Feld "Texteingabe der beruflichen Kenntnisse" sogar zu 68 Prozent unbrauchbar oder nicht vorhanden sein. Jene falsch erfassten Bewerber hatten gar keine Chace, erfolgreich vermittelt

zu werden, so die Revisoren. In ihrem Fazit kommen sie zum Schluss, dass die Arbeitsvermittler oft auf ihr Erinnerungsvermögen vertrauen, statt die zur Verfügung stehende EDV systematisch einzusetzen. (lex)