Bloomberg

Apple könnte Macs künftig ohne Intel bauen

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Apple erforscht derzeit die Möglichkeit, auch seine Mac-Rechner mit ähnlichen Prozessoren auszustatten wie jetzt schon seine mobilen Geräte iPhone und iPad.

Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Seit 2005 stecken in den Mac-Rechnern Prozessoren von Intel. Davor hatte Apple unter anderem 68K- und später PowerPC-Prozessoren verbaut. Inzwischen seien die Ingenieure in Cupertino zuversichtlich, dass die aktuellen mobilen Chipdesigns des Unternehmens irgendwann auch leistungsfähig genug für Desktop-Rechner sein würden.

Ein Umstieg von Intel auf die hauseigenen Chips, die auf Designs der britischen Firma ARM aufbauen, steht aber auch laut Bloomberg bestimmt nicht unmittelbar bevor. Auf längere Sicht sei er aus Sicht verschiedener Ingenieure aber unumgänglich, weil die Eigenschaften von mobilen Geräten und PCs immer ähnlicher würden. Und wenn Apple-Chef Tim Cook dem Verbraucher im Jahr 2017 auf Geräten vom Telefon über Tablet und Notebook bis hin zum Fernseher eine durchgängige "Benutzererfahrung" bieten möchte, dann ist das mit einer einheitlichen unterliegenden Chip-Architektur einfacher.

Für Intel, das ohnehin unter dem schwächelnden PC-Markt leidet und das bisher nicht signifikant im Mobilmarkt Fuß fassen konnte, wäre ein Absprung von Apple in jedem Fall eine Hiobsbotschaft; nicht zuletzt, weil andere Hersteller folgen könnten. "Apple ist ein Trendsetter. Würden sie ihre eigenen Chips hernehmen, könnten viele andere einen ähnlichen Weg einschlagen", kommentiert der Gartner-Analyst Sergis Mushell. "Wenn Mobilität wichtiger wird als Funktionalität, dann bekommen wir eine gänzlich andere Umgebung als wir sie heute haben."