Sandy Bridge und "Thunderbolt"

Apple bringt das MacBook Pro auf den neusten Stand

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Apple hat seine Notebookfamilie "MacBook Pro" mit allerlei technischen Neuerungen bestückt.
Das MacBook Pro von Apple steckt wie gehabt im Alu-"Unibody".
Das MacBook Pro von Apple steckt wie gehabt im Alu-"Unibody".
Foto: Apple

Das grundlegende Design des MacBook Pro mit Aluminium-"Unibody" bleibt unverändert. Als Prozessoren kommen nun Intels neueste "Core-i5/i7"-Chips der "Sandy-Bridge"-Generation mit Strukturbreiten von 32 Nanometer zum Einsatz. Beim kleinsten 13,3-Zoll-Modell nutzt Apple erstmals auch deren integrierte "HD3000"-Grafik (zuletzt hatte der Hersteller im kleinsten MBP noch einen Nvidia-Chipsatz mit "320M"-Grafik verbaut). In den größeren Varianten kommen separate "Radeon-HD"-Beschleuniger von ATI mit bis zu 1 Gigabyte Videospeicher zum Einsatz.

Eine weitere wichtige Neuerung der neuen MacBook Pros ist eine als "Thunderbolt" bezeichnete Schnittstelle. Dabei handelt es sich um einen besonders schnellen Anschluss für Peripheriegeräte, der auf Intels optischer Übertragunstechnik "Light Peak" basiert. Diese erreicht über zwei bidirektionale Kanäle Übertragungsraten von je bis zu 10 Gigabit pro Sekunde und kann mühelos auch größere Entfernungen überbrücken. Apple ist wieder einmal Vorreiter beim Einsatz solch neuer Technik.

Allerdings dürfte einige Zeit vergehen, bis auch tatsächlich ausreichend interessante Peripherie mit nativer Thunderbolt-Unterstützung zur Verfügung steht. Bereits vorhandene Geräte lassen sich allerdings per Adapter anschließen, da Thunderbolt viele gängige Standards (Firewire, USB, Gigabit Ethernet, Displayport) unterstützt. Der Ausgang stellt PCI Express direkt bereit und soll zu einem neuen I/O-Standard werden - das dürfte wohl auch der Grund sein, warum Intel bis heute kein USB 3.0 unterstützt hat.

Eine weitere Neuerung in den neuen MacBook-Pro-Modellen ist eine hochauflösende Kamera für "FaceTime"-Videotelefonate. FaceTime-HD-Gespräche bleiben allerdings vorerst nur Besitzern der neuen Notebook-Generation untereinander vorbehalten - mit anderen Intel-basierenden Macs und Apples mobilen Geräten wird nur Standardauflösung unterstützt. Das FaceTime-Programm gibt es ab sofort für 79 Euro-Cent im Mac App Store zu kaufen.

Apple bietet das MacBook Pro wie gehabt in drei Displaygrößen mit 13,3 Zoll (ab 1149 Euro), 15 Zoll (ab 1749 Euro) und 17 Zoll (ab 2499 Euro) an. Die technischen Details und Preise - die leider wieder einmal fast 1:1 von den Dollarpendants umgerechnet wurden - der einzelnen Modelle finden Interessierte auf Apples Produktseiten im Internet und im Online-Store.

Vorschau auf Mac OS X "Lion"

Die Schaltzentrale "Mission Control" in Mac OS X 10.7 "Lion"
Die Schaltzentrale "Mission Control" in Mac OS X 10.7 "Lion"
Foto: Apple

Apple hat überdies für Entwickler eine "Developer Preview" seines nächsten Betriebssystems Mac OS X 10.7 "Lion" veröffentlicht. Es lehnt sich in vielen Punkten stärker als bisher an das "iOS" der mobilen Apple-Geräte und insbesondere des iPad an. Als Neuerungen nennt Apple unter anderem die neue Schaltzentrale "Mission Control" (kombiniert die bisherigen Features Exposé, Dashboard und Spaces), ein "Launchpad" zum einfacheren Starten von Anwendungsprogrammen, einen Vollbildmodus für Applikationen und neue Multi-Touch-Gesten.

Weitere Neuerungen in Lion werden eine neue Mail-Version mit Widescreen-Layout, Konversationsansicht und Unterstützung für Exchange 2010, "Airdrop" für den drahtlosen Austausch von Dateien zwischen Macs ohne Setup, "Versions" zur automatischen Speicherung von Versionen gerade bearbeiteter Dokumente (eine Art Time Machine auf Dateiebene) oder "Resume", das den Zustand einer Anwendung nach einem Programm- oder Rechnerneustart wiederherstellt.

Die Developer Preview von Mac OS X 10.7 ist ab sofort für Mitglieder des Mac Developer Program über den Mac App Store verfügbar. Die fertige Version soll im Sommer erscheinen.