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AOL-Mitarbeiter verkaufte Daten von 92 Millionen Kunden an Spammer

24.06.2004

Ein Mitarbeiter von AOL ist in den USA verhaftet worden, weil er die Namen, Adressdaten und Kreditkarteninformationen von 92 Millionen Kunden gestohlen haben soll. Ebenfalls in Polizeigewahrsam ist ein Spam-Versender aus Las Vegas, der die Daten gekauft haben soll, berichtet das "Wall Street Journal".

Der mittlerweile entlassene 24-jährige Jason Smathers war nicht dazu berechtigt, Kundeninformationen einzusehen. Um an die Daten zu gelangen, missbrauchte er die Nutzer-ID eines Kollegen. Nach Darstellung der zuständigen Staatsanwaltschaft im südlichen Bezirk des US-Bundesstaates New York war es offenbar nicht leicht, die Daten zu stehlen. Die Ermittler fanden eine E-Mail auf dem Rechner des 24-Jährigen, in der er beschrieb, dass er mehrere Datenbanksuchläufe starten musste. Dabei sei es ihm gelungen, den AOL-Nutzeridentitäten die dazu gehörenden Namen mit Adressdaten zuzuordnen. Ferner habe er ausspähen können, welche Kreditkarten die Anwender nutzen, nicht jedoch die Kreditkartennummern.

Der 21-jährige Sean Dunaway aus Las Vegas hat die Liste nicht nur selbst zum Versenden von unerwünschten Werbe-Mails genutzt, sondern im Mai 2003 für 52.000 Dollar weiterverkauft, heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Zudem habe er im März dieses Jahres ein Update für 32.000 Dollar veräußert, das die Daten von 18 Millionen Anwendern enthalten haben soll.

Laut Staatsanwalt David N. Kelly wird er Fall als einer der ersten unter dem seit Anfang des Jahres in den USA geltenden Gesetz "CAN-SPAM Act" verhandelt. Den Beschuldigten drohen bis zu fünf Jahre Haft und 250.000 Dollar Geldstrafe. (lex)