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Anleger wollen Vonage-Aktien nicht bezahlen

02.08.2006
Der Börsengang des US-amerikanischen Internet-Telefonieanbieters Vonage ist wirklich gründlich in die Hose gegangen.

Rund eine Million Aktien, die beim IPO (Initial Public Offering) im Mai gezeichnet wurden, sind nach Angaben der Firma bis heute nicht bezahlt. Vonage war den unüblichen Schritt gegangen, seinen Kunden 4,2 Millionen neue Anteile zum Kauf anzubieten. Nachdem die Aktie aber sofort an Wert verlor statt wie erhofft zuzulegen, weigern sich nun viele, den Ausgabepreis zu bezahlen. Das kostete Vonage jetzt 11,7 Millionen Dollar (weitere 6,2 Millionen muss es den Konsortialführern zahlen).

Für sein zweites Quartal wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 74,1 Millionen Dollar oder 1,16 Dollar pro Aktie aus nach 63,6 Millionen Dollar vor Jahresfrist. Die Einnahmen konnte Vonage im Jahresvergleich aber auf 143,4 Millionen Dollar mehr als verdoppeln (Vorjahresquartal: 59,4 Millionen Dollar). Einen Gewinn hatte niemand erwartet, derzeit kostet das Marketing für den Ausbau des Kundestamms einfach zu viel Geld.

Vonage stellt gegenwärtig rund 1,9 Millionen Internet-Telefonanschlüsse bereit, bis Ende des Jahres sollen es 2,3 bis 2,45 Millionen werden. Es rechnet für das Gesamtjahr mit Erlösen von 600 bis 615 Millionen Dollar und will 360 bis 380 Millionen für Marketing ausgeben. Firmenchef Michael Snyder nannte das abgeschlossene Quartal "phantastisch". Vonage habe die kritische Masse erreicht und beginne von Skaleneffekten zu profitieren.

Die Aktionäre dürfte das kaum trösten. Die Vonage-Aktien waren zu 17 Dollar emittiert worden und notierten bereits zu Ende ihres ersten Handelstags nur noch bei 14,85 Dollar. Im gestrigen NYSE-Handel fielen sie um 39 Cent auf 6,70 Dollar, 60 Prozent unter den Ausgabepreis. Vonage hat wegen seines missratenen Going Public bereits verschiedene Aktionärsklagen am Hals. (tc)