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Anleger klagen gegen EDS

07.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Geschädigte Aktionäre von Electronic Data Systems (EDS) reichen am heutigen Montag eine Sammelklage gegen den IT-Dienstleister ein. Die Anleger beschuldigen den Konzern, er habe den Kurs der EDS-Aktie mit Hilfe von irreführenden Pflichtmitteilungen manipuliert.

Die Anwälte der Klägerseite beziehen sich dabei auf eine Ankündigung des texanischen Unternehmens vom 18. September 2002. Darin hatte EDS davor gewarnt, dass der Profit im dritten Quartal rund 80 Prozent unter den im Juli prognostizierten 374 Millionen Dollar ausfallen werde - ein auffallend hoher Rückgang in einem Segment mit Langzeitverträgen und entsprechend leicht kalkulierbaren Einnahmen. Eine Woche später fanden Analysten heraus, dass der Konzern bestimmte finanzielle Verpflichtungen verschwiegen hatte. So war EDS gezwungen, Schuldverschreibungen in Höhe von 225 Millionen Dollar auszugeben, um Verträge über den Kauf von 3,7 Millionen eigenen Anteilen zum Preis von über 60 Dollar je Aktie aufzulösen (Computerwoche online berichtete). Bei dem darauffolgenden Kurseinbruch lösten sich insgesamt rund 11,8 Milliarden Dollar Aktienkapital in Luft auf. Die

US-Börsenaufsicht beschäftigt sich bereits seit längerem mit dieser Angelegenheit und nahm im Januar offizielle Ermittlungen gegen das Unternehmen auf. (mb)