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Amazon und Barnes&Noble begraben das Kriegsbeil

07.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In dieser Woche haben Amazon.com und Barnes&Noble.com ihren langjährigen Patentstreit außergerichtlich beigelegt. Im Oktober 1999 hatte Amazon seinen Konkurrenten angeklagt, gegen sein patentiertes "One-Click"-Einkaufsverfahren zu verstoßen. Mit dieser Methode ermöglicht der Internet-Händler seinen Kunden, nach der einmaligen Aufnahme ihrer Kreditkartennummer, Adresse etc. mit nur einem Mausklick auf der Amazon-Website einzukaufen.

Die von der Bezos-Company erwirkte einmalige Verfügung gegen Barnes&Noble, die später jedoch wieder aufgehoben wurde, erregte damals die Gemüter der Internet-Gemeinde. Viele Marktbeobachter - darunter Open-Source-Verfechter Richard Stallman und Verleger Tim O'Reilly - kritisierten Amazons Vorgehen, ein Internet-bezogenes Geschäftsmodell patentieren zu lassen. Derartig breit gefasste und wenige originelle Konzepte würden das Patentverfahren missbrauchen und Innovationen behindern, argumentierten sie. Stallman hatte damals sogar zu einem allgemeinen Boykott der Amazon-Website aufgerufen. Firmenchef Jeff Bezos verteidigte zwar sein One-Click-Verfahren, schlug jedoch vor, dass man Patente auf Geschäftsmodelle nur für drei bis fünf statt wie bisher 20 Jahre vergeben sollte.

Die Bedingungen der nun erzielten außergerichtlichen Einigung in der Patentklage wurden nicht veröffentlicht. Amazon-Sprecherin Patty Smith erklärte lediglich: "Wir sind froh, diese Sache hinter uns zu haben." (ka)