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Amazon.com überrascht mit geringerem Verlust

25.10.2000
SEC ermittelt wegen Bilanzgebaren

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der E-Commerce-Pionier Amazon.com hat gestern nach Börsenschluss für sein drittes Fiskalquartal einen Nettoverlust von 240,5 Millionen Dollar oder 68 Cent pro Aktie ausgewiesen, mithin deutlich rötere Zahlen als vor Jahresfrist (minus 197,1 Millionen Dollar oder 59 Cent je Anteilschein). Abzüglich außergewöhnlicher Belastungen betrug der Fehlbetrag allerdings "nur" 89,5 Millionen Dollar oder einen Vierteldollar pro Aktie und fiel damit um einiges niedriger aus als von Analysten laut First Call/Thomson befürchtet (minus 33 Cent je Anteilschein). Den Umsatz konnte Amazon.com gegenüber dem Vorjahresquartal (355,8 Millionen Dollar) auf 637,9 Millionen Dollar fast verdoppeln. Hier flossen allerdings rund 20 Millionen Dollar aus dem Verkauf von Lagerbeständen an Toys´R´Us ein. Aber auch ohne diese zusätzlichen Einnahmen wurden die Prognosen der Wall Street von 599

Millionen Dollar locker übertroffen.

Weniger erfreulich: Amazon.com räumte ein, dass die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission eine formlose Ermittlung gegen das Unternehmen eingeleitet habe. Gegenstand der Untersuchung ist die Art und Weise, in der Amazon die Umsätze aus seinem "Commerce Network" (Werbung externer Anbieter auf Amazons Sites) verbucht. Die Company von CEO Jeff Bezos erklärte, man sei die entsprechenden Transaktionen gemeinsam mit Wirtschaftsprüfern und SEC-Leuten durchgegangen und gehe davon aus, dass alles korrekt verbucht worden sei.