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Amazon.com übernimmt LiveBid

13.04.1999
Neuerliche Attacke gegen eBay

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - E-Commerce-Pionier Amazon.com macht ernsthafte Anstalten, im Revier des führenden Online-Auktionshauses eBay zu wildern. Nach der Ankündigung eigener Online-Auktionen hat das Unternehmen von CEO (Chief Executive Officer) Jeff Bezos nun für eine nicht genannte Summe die Firma LiveBid aus Seattle, Washington, übernommen. Die vor drei Jahren gegründete Startup-Company hat eine eigene Software für Auktionen entwickelt, bei der Verkäufer und Bieter in Echtzeit miteinander schachern können. Bei LiveBid kamen unter anderem bereits Besitztümer von O.J. Simpson, die einzige bekannte vollständige Titanic-Fahrkarte und ein komplettes viktorianisches Dorf im US-Bundesstaat Connecticut unter den Hammer.

Dem kann eBay natürlich nicht untätig zusehen. Der mit einem geschätzten Marktanteil von 85 Prozent führende Online-Auktionator gab gestern eine Kooperation mit den Auslieferern Mail Boxes Etc. und iShip.com bekannt, die künftig den Versand online versteigerter Objekte übernehmen sollen. Außerdem kooperiert eBay mit dem renommierten Offline-Auktionshaus Butterfield & Butterfield, San Franzisko. Die beiden Firmen wollen gemeinsam einen neuen Bereich auf der eBay-Site ins Leben rufen, in dem nur besonders ausgewählte Raritäten angeboten werden. Außerdem hat eBay mit der Ausgabe von insgesamt 6,5 Millionen Aktien seine Kriegskasse ordentlich aufgefüllt: Bei einem Stückpreis von 170 Dollar wurden 1,11 Milliarden Dollar eingenommen. Das ist die bislang größte Kapitalerhöhung einer Internet-Firma in der Börsengeschichte.