Autonomy

Aktionärsklage gegen HP nach Übernahmedebakel

27.11.2012
Das Milliardengrab bei der Autonomy-Übernahme könnte Hewlett-Packard auch vor Gericht führen. Ein Anleger verlangt Schadenersatz vom PC-Riesen und will daraus eine Sammelklage machen.
Léo Apotheker hatte seinerzeit als HP-Chef den Kauf von Autonomy eingefädelt.
Léo Apotheker hatte seinerzeit als HP-Chef den Kauf von Autonomy eingefädelt.
Foto: Hewlett-Packard

Hewlett-Packard hat wegen der verlustreichen Übernahme der Software-Firma Autonomy jetzt auch eine Aktionärsklage am Hals. Ein Anleger zog vor Gericht in Kalifornien (PDF-Link) und verlangt Wiedergutmachung für alle Investoren, die HP-Aktien zwischen dem 19. August 2011 und dem 20. November dieses Jahres kauften.

Hewlett-Packard hatte vor einer Woche eine riesige Abschreibung von 8,8 Milliarden Dollar auf die britische Firma Autonomy bekanntgegeben. Damit war fast der gesamte Kaufpreis von über 10 Milliarden Dollar verpufft. Hewlett-Packard wirft der früheren Autonomy-Führung Bilanzmanipulationen vor, Gründer Mike Lynch wies den Vorwurf zurück.

Unter den Beklagten sind nun der damalige deutsche HP-Chef Léo Apotheker und die heutige Konzernlenkerin Meg Whitman, wie aus am Montag veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht. Der frühere SAP-Chef Apotheker wollte Hewlett-Packard stärker auf lukrativere Geschäftsbereiche wie Software ausrichten und dafür die PC-Produktion abtrennen. Der Kauf von Autonomy war ein Herzstück dieser Strategie.

Der Investor wirft HP unter anderem vor, die Geschäftsentwicklung zu rosig dargestellt zu haben, was zu einem überteuerten Aktienpreis geführt habe. Er nimmt dabei auch die Übernahme des Dienstleisters EDS ins Visier, bei der es ebenfalls eine Milliarden-Abschreibung gab. Nach Bekanntgabe der Probleme bei Autonomy war die Aktie dann um mehr als zehn Prozent abgestürzt. (dpa/tc)