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Agilent ist trotz Milliardenverlust zufrieden

19.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der von HP abgespaltene Test- und Messgerätehersteller Agilent Technologies weitete in seinem dritten Geschäftsquartal 2002/2003 (Ende: 31.Juli) seinen Nettoverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich aus: Das Defizit kletterte von 228 Millionen auf 1,56 Milliarden Dollar beziehungsweise 3,28 (0,49) Dollar pro Aktie. Wie das im kalifornischen Palo Alto ansässige Unternehmen mitteilte, wurde das aktuelle Ergebnis jedoch durch eine nicht Cash-wirksame Sonderabschreibung in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar stark belastet. Abzüglich dieses Einmaleffekts sowie ohne die 99 Millionen Dollar für Restrukturierungen und Abschreibungen hätte der (Pro-forma-)Verlust lediglich zwei Cent pro Aktie betragen. Die Company übertraf damit die Erwartungen der von Thomson First Call befragten Analysten deutlich. Diese hatten im Schnitt mit einem Pro-forma-Minus von sieben Cent je Aktie gerechnet.

Agilent führt das bessere operative Ergebnis vor allem auf weitere Kostenkürzungen zurück. So baute der Halbleiterspezialist allein in den vergangenen drei Quartalen 2.400 Stellen ab und beschäftigte nun Ende Juli nur noch 30.000 Mitarbeiter. Außerdem stiegen die Einnahmen des HP-Spinoffs im Jahresvergleich um acht Prozent von 1,39 Milliarden auf 1,5 Milliarden Dollar.

Agilent-CEO Ned Barnhart ist zuversichtlich, dass sein Unternehmen mit Hilfe der geschaffenen Kostenstruktur im laufenden vierten Quartal in die operative Gewinnzone zurückkehrt. Der Konzernchef erwartet einen Umsatz zwischen 1,5 Milliarden Dollar und 1,6 Milliarden Dollar, das Pro-forma-Ergebnis soll im Bereich von null bis zehn Cent pro Aktie liegen. (mb)