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Adobe übertrifft die Erwartungen

13.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Adobe Systems, der kalifornische Publishing-Softwarespezialist mit Enterprise-Ambitionen, hat gestern nachbörslich erfreuliche Zahlen für das vierte Quartal seines Ende November abgeschlossenen Geschäftsjahres veröffentlicht. Das Unternehmen weist einen Nettogewinn von 40,1 Millionen Dollar oder 17 Cent pro Aktie aus im Vergleich zu 34,3 Millionen Dollar oder 14 Cent je Anteilschein im Berichtszeitraum des Vorjahres. Abzüglich außergewöhnlicher Belastungen und Zugewinne beträgt der Proforma-Gewinn aktuell 59,1 Millionen Dollar oder 25 Cent pro Aktie, die Wall-Street-Analysten hatten laut Thomson First Call lediglich 23 Cent je Anteilschein erwartet.

Der Quartalsumsatz stieg von 264,5 Millionen Dollar im Vorjahresquartal um elf Prozent auf 294,7 Millionen Dollar und lag damit am oberen Ende von Adobes eigener Prognose vom September, als der Hersteller Einnahmen zwischen 285 und 300 Millionen Dollar in Aussicht gestellt hatte. CEO (Chief Executive Officer) Bruce Chizen äußerte sich erfreut, dass seine Firma wieder zu Umsatzwachstum im Jahresvergleich zurückgekehrt sei, und stellte für das laufende Geschäftsjahr weiteres Wachstum in Aussicht.

Für das laufende erste Quartal geht Adobe von 21 bis 23 Cent Proforma-Gewinn pro Aktie sowie Einnahmen von 275 bis 290 Millionen Dollar aus. Im ersten Quartal des vergangenen Fiskaljahres hatte das Unternehmen auf Basis von 267,9 Millionen Dollar Umsatz einen Proforma-Profit von 20 Cent je Anteilschein erwirtschaftet. Im Oktober hatte Adobe noch die Streichung von rund sieben Prozent seiner Arbeitsplätze und in der Folge eine Abschreibung zwischen zehn und 14 Millionen Dollar angekündigt. Nun wollen die Kalifornier wieder einstellen, unter anderem um den Vertrieb ihrer aus der Übernahme von Accelio gewonnenen Server-Produkte auszubauen.

Im abgeschlossenen Quartal trugen die neuen Server allerdings mit 11,1 Millionen Dollar zunächst noch weniger zum Umsatz bei als von Beobachtern erwartet. Zudem gingen die Umsätze in den USA gegenüber dem dritten Quartal sequentiell leicht zurück, was allerdings durch gutes Geschäft in Europa - das 31 Prozent Umsatzanteil beisteuerte - und Japan ausgeglichen wurde. "Die Company hat gut gearbeitet. So wie sie das auch schon in den vergangenen Jahren getan hat", bescheinigt Jay Vleeschhouwer, Analyst von Merrill Lynch. (tc)