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Adobe bringt PDF und XML zusammen

15.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Adobe will sein weit verbreitetes PDF-Format (Portable Document Format) um XML-Funktionen (Extensible Markup Language) erweitern. Dazu entwickelt der kalifornische Hersteller eine neue Version des Produkts "Form Designer", mit dem sich XML Schemas in Formulare einbinden lassen sollen. Die Formulare können dann in den Formaten PDF oder XDP (XML Data Package) bereitgestellt werden. XDP-Dateien können laut Adobe XML-Formulardaten, XML-Templates, weitere XML-Informationen und PDF-Dokumente enthalten. Unternehmensanwendungen sollen das Format über herkömmliche XML-Werkzeuge und Web Services verarbeiten können.

Als Anwendungsbeispiel nennt der Hersteller eine Bank, die auf ihrer Website Kredite anbietet. Das entsprechende Formular lädt sich der Anwender auf den Rechner, füllt es mittels des kostenlos erhältlichen Acrobat Readers aus und sendet es an die Bank zurück. Zum Ausfüllen selbst muss der PC nicht mit dem Internet verbunden sein. Die Daten werden im XML-Format zurückgeschickt, so dass sie direkt in ein Kreditbearbeitungssystem einfließen können, sofern dieses XML unterstützt.

Die neue Version des Form Designers soll im vierten Quartal dieses Jahres in den Betatest gehen und ab Anfang 2004 verfügbar sein. Ob sich der Preis im Vergleich zur aktuellen Version, die rund 1700 Dollar kostet, ändern wird, ist noch nicht bekannt.

Ähnliche Anwendungszwecke verfolgt Microsoft mit "Infopath" (ehemals XDocs). Die Formularsoftware wird voraussichtlich zeitgleich mit Office 2003 im Herbst dieses Jahres veröffentlicht. (lex)